Esprit: Weniger Umsatz aber mit guten Perspektiven
Der Weg zurück nach oben ist ein wenig holperig: Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres muss der Modekonzern zwar ein Umsatzminus von über 5 Prozent und einen massiven Gewinneinbruch hinnehmen, dennoch gibt es Hoffnung auf den Turnaround.
Esprit eröffnet weitere Läden im neuen Look
Die Kampagne mit Gisele Bündchen kam bei den Kunden richtig gut an
Auf den ersten Blick sehen die Halbjahreszahlen des in Hongkong notierten Modekonzerns Esprit Holding Limited nicht berauschend aus, dennoch stieg die Aktie nach Veröffentlichung der Zahlen nach oben. Der Grund dafür ist, dass die Anleger darauf vertrauen, dass der im September 2011 vorgestellte Transformation Plan seine Wirkung entfaltet. Dem Geschäftsbericht zufolge sind dafür bereits erste Anzeichen sichtbar.
Umsatz und Gewinn gehen nach unten
Dennoch bleibt das Offensichtliche: Der Konzern-umsatz sank in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres (Stichtag: 31. Dezember 2011) um 5,6% auf 16,7 Mrd. Hongkong-Dollar (HK-Dollar), was ungefähr 1,62 Mrd. Euro entspricht. In lokalen Währungen lag das Minus bei 9,8%. Die wichtigsten Markt Deutschland sanken die Umsätze in Euro sogar um 11% auf 13,092 Mrd.HK-Dollar (1,27 Mrd. Euro). Sowohl im Retail als auch im Wholesale-Geschäft musste Exprit herbe Verluste hinnehmen. Der Retail-Umsatz brach um 1,1% (währungsbereinigt -5%) auf 9,84 Mrd. HK-Dollar ein, der Wholesale-Kanal schrumpfte um 11,7% (währungsbereinigt -16,7%) auf 6,73 Mrd. HK-Dollar. Die Zahl der Stores stieg netto um 27 (davon 3 in Deutschland) auf weltweit 1.168 Standorte. Flächenbereinigt musste ein Minus von 4,6% hingenommen werden. Sowohl Esprit casual als auch die junge Linie edc mussten Verluste verbuchen, dagegen konnte die edleren Linie Esprit Collection und de.corp Zuwächse von knapp 10% bzw. sogar von über 48% verbuchen. Auch unterm Strich gaben die Zahlen keinen Anlass zum Jubeln: Der Jahresüberschuss sank um ein Vielfaches von 2,14 Mrd. auf 555 Mio. HK-Dollar zurück.
Mit dem Transformationsprozess gut auf Kurs
Trotz der stark rückläufigen Tendenz sieht sich der Konzern auf einem guten Weg. Der eingeleitete Transformationsprozess sei gut angelaufen und entspräche den Zielvorgaben, wichtige Milestones wurden erreicht. Dazu gehörte u.a. auch, dass der Negativtrend im Retail-Geschäft im zweiten Quartal abgebremst wurde, weil unrentable Stores geschlossen wurden. Dennoch stieg der Retail-Anteil am Gesamtumsatz von 56% auf 59%. Auch im Wachstumsmarkt China sieht man positive Impulse, so stieg die Bekanntheit der Marke Esprit nach der Kampagne mit dem Top-Modell Gisele Bündchen um von 30% auf 49%. Diese Entwicklung soll mit Hilfe der frisch angeheuerten Holly Li als China CEO intensiviert werden. Rund 40 neue Standorte sollen in der zweiten Jahreshälfte im Reich der Mitte eröffnen. Darüber hinaus geht es mit der Rundum-Erneuerung der Marke gut voran. Neben der oben genannten Werbekampagne hat Esprit auch gute Erfahrungen mit dem in Köln gelaunchten Store-Konzept gemacht. Bis Ende Juli sollen 14 weitere Filialen mit diesem neuen Ladenbau-Konzept ausgestattet werden.
Fotos: Esprit





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