Der Immenstädter Strumpfhersteller leidet unter dem schwachen Konsumklima und muss nach den ersten neun Monaten ein höheres einstelliges Umsatzminus verkraften. Insbesondere im dritten Quartal gab es starke Einbrüche.

Kunert in der Klemme: Der Handel sitzt auf Atbeständen und die Endkunden wollen nicht modisch aktuell kaufen

Die Kunert Gruppe hadert mit der europäischen Wirtschaftsflaute. Wie das Unternehmen mitteilte, lagen die Bruttoumsätze per Ende September mit 36,3 Mio. Euro über 7,5% unter dem Vorjahreswert. Zum Halbjahr lag der Rückstand noch bei (nur) -2,5%. Als Grund wird die Schließung unrentabler Outlets sowie die Einstellung des Werksverkaufs von Prince & Princess of Argyle genannt. Zusätzlich mussten die Marken Hudson und Kunert einen Umsatzrückgang von kumuliert 5% verkraften, wobei dies ausschließlich auf das dritte schlechte Quartal zurückgeführt wird. Das Immenstädter Unternehmen leidet darunter, dass Kunden stärker nach Bedarf einkaufen und der Textilhandel seine hohen Lagerbestände abbauen will. Regional betrachtet musste Kunert sowohl in Deutschland als auch in den europäischen Auslandsmärkten Umsatzrückgänge hinnehmen. Dagegen konnte Kunert mit seinen eigenen Retailaktivitäten (Werksverkäufe und Outlets) flächenbereinigt um 3,8% zulegen. Auch mit der Kunert Effect Serie wurde ein zweistelliges Umsatzwachstum erreicht, was das Management um CEO Hermann de Jong darin bestärkt, sich weiter auf die Einführung neuer, innovativer Standardprodukte zu konzentrieren. Gleichzeitig hofft man in Immenstadt darauf, dass sich die Lagerbestände im vierten Quartal reduzieren und der Handel im Zuge des Weihnachtsgeschäfts wieder aufstockt und sich dadurch die Umsatzsituation bei Kunert stabilisiert.

In Anbetracht der schwierigen Absatzsituation wirtschaftet Kunert gut. Die Bruttomarge konnte bei 45% stabilisiert werden. Durch zusätzliche Kosteneinsparungen konnte im dritten Quartal sogar ein positives Nettoergebnis erzielt werden. Auch die im Frühjahr 2012 aufgenommene Saisonal-Kreditlinie konnte wieder zurückgeführt werden. Dennoch bleibt die Gesamtlage trist: Nach der aktuellen Einschätzung wird die Kunert Gruppe auch in 2012 kein positives Jahresergebnis ausweisen können.