Erste Einigung im Tarifstreit des Einzelhandels
Baden-Württemberg geht mal wieder mit gutem Beispiel voran (schließlich können die ja alles, außer Hochdeutsch). Die Arbeitgeber einigen sich mit Verdi über eine Entgelterhöhung von insgesamt 5,1 Prozent. Der HDE begrüßt die Einigung.
Nach über acht Verhandlungsmonaten und mehr als 80 Streiktagen gibt es 5,1 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten im baden-württembergischen Einzelhandel
Kurz vor Weihnachten gibt es den ersten Durchbruch in den festgefahrenen Tarifverhandlungen des deutschen Einzelhandels. Nach über 80 Streiktagen einigten sich die baden-württembergischen Arbeitgebervertreter am Mittwochabend, in der siebten Verhandlungsrunde, mit der Gewerkschaft Ver.di auf eine neue Regelung des Entgelt- sowie die unveränderte Wiedereinsetzung des gekündigten Manteltarifvertrags. Demnach soll es für die rund 220.000 Beschäftigten des südwestdeutschen Flächenbundeslandes rückwirkend zum 1. Juli 2013 eine Lohn- und Gehaltssteigerung von 3% geben. Zum 1. April 2014 gibt es dann noch einmal eine weitere Erhöhung um 2,1%. Insgesamt läuft der Vertrag 24 Monate und kann erstmals zu Ende März 2015 gekündigt werden. Dem Tarifergebnis muss die Große Tarifkommission am Freitag noch zustimmen.
Nun hofft man bundesweit, dass die Einigung Vorbildfunktion für die anderen regionalen Tarifverträge haben könnte, schließlich wurden die Verträge aus Baden-Württemberg oder NRW zuletzt häufiger als Vorlage benutzt.
Für beide Seiten ist die Einigung ein kleiner Kompromiss: Ver.di hatte ursprünglich gefordert, dass Löhne und Gehälter um einen Euro pro Stunde erhöht werden sollen. Das wichtigste Anlegen der Arbeitgeber war die Flexibilisierung der starren und veralteten Regelungen des Manteltarifvertrags. Die Reform dieser Regelungen wurde auf nächstes Jahr verschoben. Ein wichtiger Knackpunkt wurde allerdings gelöst: die Einbeziehung der über Werkverträge ausgegliederten Auffüllkräfte. Diese Arbeitnehmer werden jetzt in eine eigene Lohngruppe gegliedert und erhalten einen Stundenlohn von knapp 10 Euro. Der Handelsverband Deutschland (HDE) begrüßt die Einigung: „Der Tarifabschluss ist in sich ausgewogen und ein guter Kompromiss. Wir haben bei den strittigen Themen Warenverräumung und Arbeitszeit Lösungen gefunden“, so Ulrich Köster, Vorsitzender des Tarifpolitischen Ausschusses.
Foto: verdi















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