Die Tarifverhandlungen für den Handel wurden in NRW, Baden-Württemberg und Bayern nach der ersten Runde ergebnislos abgebrochen. Die Gewerkschaft Verdi lässt ihre Mitglieder bereits in die ersten Warnstreiks treten, um den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen.

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Tarifrunde 13: Die Beschäftigten streiken gegen die Flucht aus dem Manteltarifvertrag und mehr Geld

Die Tarifverhandlungen im Handel stecken – wie gewohnt – in der Sackgasse. Die ersten Runden der Tarifgespräche in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern oder Nordrhein-Westfalen, die in der letzten Woche begonnen haben, sind ergebnislos vertragt worden. Während die Gewerkschaft mit mehreren Forderungen in die erste Verhandlungsrunde ging, machten die Arbeitgebervertreter kein Angebot, obwohl sie die Entgelt- und Manteltarifverträge nach ihrer Ankündigung im Januar während des ersten Quartals gekündigt hatten. Der Dachverband HDE verwies darauf, dass die bestehenden Regelungen nicht mehr zeitgemäß waren. Er fordert die Modernisierung der bisweilen bis in die 50er Jahre zurückreichenden Mantelverträge.

Ver.di kritisierte die Kündigungen scharf, da davon auch Schutzbestimmungen betroffen waren wurden und von den Angestellten noch mehr Flexibilität verlangen. Gleichzeitig stellten die Ländervertretungen der Gewerkschaft neue Forderungen an die Arbeitgeber. Für die rund 398.000 Beschäftigten (inkl. Nebenjobbern) in Baden-Württemberg verlangt ver.di eine Gehaltserhöhung von 1 Euro pro Stunde. Auch in Niedersachsen (315.000 Beschäftigte), Hessen (226.000 Beschäftigte) und Rheinland-Pfalz (135.000 Beschäftigte) besteht diese Forderung. Im Bayern (knapp 500.000 Beschäftigte) und NRW (685.000 Beschäftigte) soll das Entgeltniveau um mindestens 6,5% angehoben werden.

Um ihren Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen, gingen in Baden-Württemberg mehrere hundert Beschäftigte der Modeketten H&M, Galeria Kaufhof, Zara und Esprit in den Warnstreik. In der Region Stuttgart und Heilbronn legten rund 700 Angestellte ihre Arbeit nieder. In Bayern kam es ebenfalls zu Protestaktionen. Auch in Hessen, wo die Arbeitgeberseite den Termin platzen ließ, gingen Beschäftigte überraschend auf die Straße, um gegen die Verschlechterung von Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Die Gewerkschaft plant, jeden Tag einen Streik zu organisieren, um die Arbeitgeber zum Einlenken und zur Rückkehr in die Manteltarifverträge zu bewegen.

Eine Übersicht zu den Ver.di-Forderungen für die Tarifrunde 2013 gibt es hier.