Ver.di und HDE: Verhärtete Fronten
In der laufenden zweiten Tarifverhandlungsrunde konnten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft nicht einigen. Die Streithähne schieben sich gegenseitig die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen in die Schuhe.
Mehr Geld, mehr Bindung: Ver.di will im Kampf gegen die Arbeitgeber jetzt härtere Geschütze auffahren
Im Tarifkonflikt des Einzelhandels geht es nicht voran: In der relativ wichtigen Verhandlungsrunde in Nordrhein-Westfalen konnten sich die Gewerkschaft ver.di und Arbeitgebervertreten nicht einigen. Die Arbeitgeber gingen nicht auf das Angebot ein, bei den Löhnen und Gehältern 6,5% mehr, mindestens aber 140 Euro mehr, zu zahlen: „Das ist deutlich schlimmer als erwartet. Stundenlange Verhandlungen ohne ein greifbares Ergebnis. Stattdessen ein Katalog der Grausamkeiten für die Beschäftigten. Und dann noch die Drohung, keinen Tarifvertrag zu unterschreiben, wenn drastische Verschlechterungen beim Mantel nicht akzeptiert werden“, beschwert sich ver.di Verhandlungsführerin Silke Zimmer. Auch in Baden-Württemberg wurden die Tarifgespräche ebenfalls ergebnislos vertagt.
Blockadehaltung der Gewerkschaft
Dagegen verweist der Handelsverband HDE, der die Arbeitgeberseite vertritt, auf die Blockadehaltung auf Seite der Gewerkschaft: „Ver.di gefährdet durch sein destruktives Verhalten den Flächentarifvertrag im Einzelhandel“, so HDE-Tarifgeschäftsführer Heribert Jöris. Der HDE hatte in den Tarifgebieten Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, NRW und Saarland einen neuen modernisierten Manteltarifvertrag, allerdings ohne Verbindung zu der laufenden Lohn- und Gehaltsrunde, angeboten, der u.a. flexible Arbeitszeitmodelle und eine Veränderung der Spät- und Nachtzuschlagsregelungen vorsah. Mit den Neuregelungen sollen die tariflichen Regelungen an die Realität angepasst und die allgemeine Tarifbindung im Einzelhandel gestärkt werden. Die Gewerkschaft fühlte sich durch das Angebot provoziert und betitelte es als „Tarifdiktat“ mit dem Schutzrechte der Arbeitnehmer abgebaut werden. Sie ruft zu Streiks im ganzen Land und in allen Betrieben auf.
Die Tarifverhandlungen werden je nach Region Ende Juni bzw. Anfang Juli fortgesetzt.







Kommentare
Keine Kommentare bisher.