Billig kann schnell teuer werden: Der deutsche Textileinzelhandelsverband musste auf seiner letzten Sitzung feststellen, dass viele Händler schon zu Beginn der Herbstsaison mit allerlei Rabattaktionen locken. Doch die frühzeitigen Reduzierungen kosten.

Sale Schaufenster

So lange das Sortiment noch frisch ist, sollten Händler nicht mit Rabatten werben

Wie steht’s aktuell im deutschen Mode- und Textileinzelhandel: Nach einem alles in allem recht positiv verlaufenen ersten Halbjahr, kurbelte der kühle August das Geschäft mit der neuen Herbstware an. Im September gab es allerdings schon wieder Einbrüche, die das Umsatzplus aufzehrten. Der BTE hofft allerdings, dass diese Einbußen vor allem wetterbedingt waren und in den nächsten Wochen wieder kompensiert werden. Besorgt betrachtet das BTE-Präsidium allerdings die vielen Rabattaktionen zu Beginn der Herbstsaison: Viele Händler lockten mit Reduzierungen aufgrund von Jubiläen, Umbauten, Neueröffnungen oder einfach nur aufgrund des Herbstbeginns.

Auch wenn der Start in die Herbstsaison nicht einfach war, warnt der BTE vor allzu großzügigen Rabatten zu Saisonbeginn. Sollte das Geschäft eher schwierig bleiben, könnten aufgrund des Lagerdrucks schon zur Saisonmitte weitere Rabattaktionen folgen – und das müsste der Einzelhandel teuer bezahlen – mit reduzierten Erträgen. In der Regel muss ein – kaum zu erreichender – hoher zweistelliger Mehrumsatz erzielt werden, um die Ertragseinbuße z.B. einer 10%igen Preisreduzierung zu kompensieren. Das BTE-Präsidium rät deshalb dringend, die betriebswirtschaftlichen Folgen von Rabattaktionen vorab sorgfältig zu berechnen.

Dass es auch anders geht, zeigte ein Gespräch mit Paul Falke, dem Mitinhaber des Strumpfherstellers Falke, der darlegte, dass höherwertige Strümpfe – insbesondere wegen vergleichsweiser geringer Abschriften und einem leistungsfähigen NOS-System – eine hochrentable Warengruppe für den Einzelhandel sind. So akzeptierten Kunden sogar die jüngst erfolgten Preiserhöhungen bei Falke. Ausbaupotential gibt es allerdings auch hier, etwa im Hinblick auf die Ausnutzung und Gestaltung der Flächen oder die bessere Nutzung von Marketinganlässen.