Nach dem Finale der Pro7-Show ziehen s.Oliver, Asos und Karstadt eine positive bis durchwachsende Bilanz. Und bevor der kaum da gewesene Hype um die Show abnimmt, werden die Teile bei Karstadt schon mit satten Rabatten verkauft. Gewonnen hat übrigens der einzig professionelle Designer unter den Nachwuchskreativen.

Karstadt_Fashion Hero_Verkauf

Bei Karstadt kriegt man die Designerteile schon für die Hälfte

sOliver; Wüzburg; Fashion Hero; Schaufenster

Fashion Hero als Bestätigung: Für s.Oliver war die Show vor allem aus Marketing- und Logistikgründen ein Erfolg

Hätte man wetten können, wer in der ersten (und wohl auch letzten) Staffel Fashion Hero gewinnt, wäre der Name wahrscheinlich auf Marcel Ostertag gefallen. Die sensible Rampensau mit dem Kreativtalent war der einzige Kandidat, der sich durch seine Schauen auf der MBFW in Berlin zumindest in der einschlägigen Presse einen Namen gemacht hatte und über entsprechende Erfahrung verfügte. Also setzte er sich wie erwartet dann auch gegen das Designerduo Jila & Jale Pashottan und Rayan Odyll durch. „Ich muss sagen: Wir haben einen verdienten Sieger. Bei s.Oliver haben sich die Marcel Ostertag Styles am besten verkauft. Nach der dritten Sendung, als wir seine Designerstücke eingekauft haben, ist unser E-Shop fast zusammengebrochen unter dem Ansturm der Zuschauer: Innerhalb von nur zwei Stunden war fast unser ganzer Bestand vergriffen“, berichtet Petra Winter, Creative Director bei s.Oliver und Einkäuferin bei „Fashion Hero“.

Ansonsten ist die Resonanz zu „Fashion Hero“ eher durchwachsen verhalten. Am Mittwochabend schauten gerade mal 720.000 Zuschauer das Finale der Show. Innerhalb der attraktiven Zielgruppe der zwischen 14- und 49-Jährigen waren es weniger als eine halbe Million. Für Pro7 hat sich die Sendung daher nicht gelohnt, eine zweite Staffel wird es sicher nicht geben. Die teilnehmenden Händler ziehen ein recht zufriedenes Fazit: „Auch wenn die Quote am Ende nicht alle Erwartungen erfüllte, hat das unsere Meinung trotz der Verschiebung des Sendeplatzes nicht getrübt. Es hat sich bestätigt, dass sich eine starke, treue Fangemeinde um das Format etabliert hat, was ein sensationeller Erfolg für die erste Staffel ist“, so Mathias Eckert, Managing Director International Wholesale & Franchise s.Oliver. Bei Karstadt ist man da zwar ähnlicher Meinung, trotzdem positioniert sich der Warenhauskonzern jetzt für das Weihnachtsgeschäft und will die Teile – zumindest die, der frühen Folgen – raus aus dem Bestand haben. Mit teilweise mehr als 50% werden die Fashion-Hero-Outfits verkauft. Einen Blazer von Ostertag gab es da schon mal für 59 statt 119 Euro. Die Outfits der letzten Folge wurden allerdings noch nicht reduziert, dafür ist das Format dann doch noch nicht alt genug. Auch bei Asos und s.Oliver wird es zu „gegebenen Zeitpunkt“ zu Reduzierungen kommen. Für Marcel Ostertag hat sich die Teilnahme auf jeden Fall gelohnt. Neben medialer Aufmerksamkeit hat er ein Preisgeld von 1,5 Mio. Euro für eine komplette eigene Modekollektion von allen drei Modehäusern bekommen. Das wird seinem Label weiter Rückenwind geben.

Fotos: s.Oliver, Karstadt Onlineshop, Pro7 / Richard Hübner