Auch wenn die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um über 6 Prozent zulegen konnten, sieht es düster aus für den amerikanischen Modekonzern. Das Unternehmen gab an, die Kreditbedingungen zu Ende Juni nicht erfüllen zu können. Dann könnte Zahlungsunfähigkeit drohen.

American Apparel: Bunte hippe saubere Baumwolle aus den USA

Die Serie von negativen Schlagzeilen reißt nicht ab. Nun läuft auch das Geschäft bei American Apparel nicht mehr rund. Das einstige Vorzeigeunternehmen könnte abstürzen.

Die Umsätze konnten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,6% auf 121,8 Mio. Dollar gesteigert werden, flächen-und währungskursbereinigt sank der Umsatz allerdings um 10%. Im Vergleich zum 31. März 2009 stieg die Zahl der Shops von 264 auf 280 an. Im ersten Quartal 2010 wurden zwei Läden geschlossen und ein Geschäft neu eröffnet. Das eigene Retail-Geschäft konnte um 1,5% auf über 79 Mio. Dollar wachsen. Und auch Wholesale Geschäft erfuhr einen Aufschwung von 21,6% auf 34,2 Mio. Dollar. Auch das Onlinegeschäft konnte minimal zulegen.

Aufgrund expansiver Personaleinstellungen (mittlerweile arbeiten über 10.000 Angestellte in über 20 Ländern für American Apparel)  und erhöhter Abschreibungen muss American Apparel allerdings einen Verlust von 17,6 Mio. Dollar hinnehmen. Der Verlust im Vorjahresquartal lag noch bei 3,9 Mio. Dollar. Die Nettoverschuldung stieg um 8 Mio. auf über 91 Mio. Dollar an. Das Management geht davon aus, die Kreditbedingungen für das Darlehen per Ende Juni nicht einhalten zu können, da das Verhältnis von EBITDA und Verschuldung schlechter als vereinbart ausfallen wird. Das Management versucht zwar eine zweite Absicherung der Kredite zu finden, war aber damit bisher nicht erfolgreich. Somit könnte American Apparel die Zahlungsunfähigkeit drohen. Für das weitere Geschäftsjahr sieht das Management aufgrund der möglichen Nichterfüllung der Kreditbedingungen und einer geringerer Produktivität von einer Vorausschau ab.

Weekly Unemployment Claims Reach 26 Year High

2008 standen die Leute noch Schlange, um bei American Apparel eingestellt zu werden. Jetzt könnte dem Unternehmen die Einstellungswut zum Verhängnis werden

Das Unternehmen, das für Produkte mit Bio-Baumwolle, Produktion in den USA, faire Arbeitsbedingungen und echte Menschen in den Werbeanzeigen stand, wird sich neu erfinden müssen. Vorstandschef  Dov Charney gibt zu, dass ihn das Thema “Sweatshop free” langweilig wird und auch in den Anzeigen findet man immer mehr Profimodels statt Kunden-Amateurmodels. Somit wird das Label, dass anders als die anderen sein wollte, sich immer mehr an den Fashionzirkus anpassen um profitabel zu werden.

Schlimm obendrein: Die Aktien von American Apparel verlor nach dieser Nachricht über ein Viertel ihres Wertes und Stürzte auf 2,01 Dollar ab.