Große Veränderungen brauchen große Namen: Adidas steigt mit der Marke Neo in das klassische Fashiongeschäft ein und will damit bereits in vier Jahren über eine Milliarde Umsatz zu machen. Die Platzhirsche H&M und Zara könnten durch den modischen Frontalangriff aus Herzogenaurach Marktanteile verlieren.

Obwohl selbst nicht mehr ganz in der Zielgruppe, konnte Adidas Fussballschönling David Beckham dazu gewinnen, eine Neo Sonderkollektion herauszubringen

Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach plant mit der Young-Fashion-Marke Neo den Modemarkt in Europa aufzumischen. Mit Neo will man eine derzeit noch relativ unberührte Zielgruppe erschließen: nämlich modebewusste Teens unter 20, so Adidas-Markenvorstand Erich Stamminger in der Wirtschaftswoche.

Mit Neo will Adidas global, und insbesondere in Europa, einen phänomenalen Siegeszug im Fashionbusiness antreten. Im nächsten Jahr soll die Linie schon in rund 30 deutschen Städten erhältlich sein. Auch den Markteintritt in weitere Märkte, erwäge man. Bisher hatte das junge Label der Herzogenauracher bereits Läden in China, Russland, Indien sowie den Philippinen eröffnet.

„Das Gros der Sachen wird zwischen 40 und 100 Euro kosten“, konkretisierte Stamminger die Preisvorstellungen. Damit greift Adidas Branchengrößen wie H&M oder Zara an, denn Schuhe und Bekleidung von Neo wären nur rund 10 Prozent teurer als Artikel der großen Massen-Fashionketten.

Das Fashionsegment ist für Adidas - zumindest was Wachstum angeht – deutlich interessanter als der Sportartikelmarkt. Bis 2015 sollen mit Mode weltweit rund 125 Mrd. Euro umgesetzt werden, damit wäre das Umsatzvolumen zweimal so groß wie der Markt für Sportkleidung und –equipment. „Von diesem Kuchen wollen wir uns ein schönes Stück abschneiden“, so Stamminger siegesgewiss. Seiner Prognose nach, soll der Umsatz von Neo bis 2015 auf „mehr als eine Milliarde Euro“ steigen.

Insgesamt will Adidas mit der Modesparte um Neo, Originals, Silver, Y3 und Porsche Design (Marken, die fast alle ein modifiziertes Drei-Streifen-Logo tragen) bis 2015 knapp 4 Mrd. Euro, und damit knapp ein Viertel des anvisierten Gesamtumsatzes von 17 Mrd. Euro, erlösen. Neo ist laut Stamminger „einer der wesentlichen Schwerpunkte“ des erst kürzlich präsentierten “Business Plans 2015“.

Foto: Adidas