Der Nürnberger Modefilialist zeigt sich expansionslustig wie nie und könnte mit der Übernahme des Konkurrenten aus Hagen sein Filialnetz auf einen Schlag um 22 Standorte ergänzen. Beim Bundeskartellamt liegt bereits ein Übernahmeantrag vor.

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SinnLeffers: Bald ein Teil von Wöhrl

Der nordrhein-westfälische Modefilialist SinnLeffers steht kurz vor dem Verkauf an den Nürnberger Rivalen Wöhrl. Beim Bundeskartellamt ging in der letzten Woche ein Antrag auf Zusammenschluss der beiden Modehändler ein. Bis zum 28. Januar 2013 soll eine Entscheidung gefallen sein. Sollte die Behörde dem Übernahmeantrag zustimmen, würde Wöhrl sein Filialnetz auf einem Schlag von 38 auf deutschlandweit 60 Standorte vergrößern und deutlich mehr als 600 Mio. Euro Umsatz machen.

Die beiden Filialnetze würden sich sehr gut ergänzen, heißt es aus Nürnberg, denn während Wöhrl schwerpunktmäßig in Süddeutschland präsent ist, liegen viele SinnLeffers-Filialen in Nord-, West und Ostdeutschland. Überschneidungen gibt es nur an drei Standorten: in Dresden, Magdeburg und München. „SinnLeffers passt perfekt zu Wöhrl. Wir ergänzen uns nahezu ideal mit unseren Standorten. Zudem sind bei SinnLeffers und Wöhrl sowohl das Markenportfolio als auch die Zielgruppen ähnlich“, erklärte Gerhard Wöhrl.

Wöhrl plant, alle SinnLeffers Häuser weiter unter dem etablierten Namen fortzuführen. Die Nürnberger teilten mit, dass in Kürze Gespräche über die Einbindung der Hagener SinnLeffers-Zentrale in die Unternehmensgruppe aufgenommen werden sollen.

SinnLeffers entstand 1997 aus den beiden Kaufhäusern Sinn und Leffers, und wurde 2001 mehrheitlich von der KarstadtQuelle AG (später Arcandor) übernommen. 2005 wurde SinnLeffers als Sanierungsfall an die Deutsche Industrie Holding (DIH) verkauft, die dem Unternehmen drei Jahre später im Rahmen einer Planinsolvenz einen Sanierungskurs mit einer drastischen Filialbereinigung verordnete. Über die Hälfte der Standorte wurden geschlossen. Der DIH gelang die profitable Neupositionierung. Im Geschäftsjahr 2010/11 setzte SinnLeffers rund 300 Mio. Euro um. Der Zusammenschluss mit Wöhrl wird den Prozess zu einem der führenden Multi-Marken Händler Deutschlands weiter verstärken und beschleunigen, erklärte Patrick Feller, DIH-Aufsichtsratsvorsitzender.

Wöhrl setzte im Geschäftsjahr 2010/11 rund 346 Mio. Euro um. In den letzten Monaten hat das Familienunternehmen mehrere Standortmodernisierungen und Neueröffnungen angekündigt, u.a. in Ingolstadt, Coburg und Bamberg.