Der Nürnberger Modehändler muss im Geschäftsjahr 2012/13 nicht nur einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen, sondern wegen diverser Investitionen auch einen nicht unerheblichen Einbruch beim operativen Ergebnis. Trotzdem sieht sich das Unternehmen auf Kurs.

Wöhrl_Vizona_1

Das Modell trägt: Wöhrl muss investieren, um zukunftsfähig zu wachsen

Die Rudolf Wöhrl AG verzeichnete im Geschäftsjahr 2012/13 (Stichtag: 31. März) einen Umsatz von 268,0 Mio. Euro. Das sind 1,1% weniger als im Vorjahr, als der Filialist noch 271,1 Mio. Euro umsetzte. Als Grund für den Umsatzrückgang nennt das Unternehmen, die Fluktuation der Angebotsfläche, etwa durch die Schließung des Hauses in Hettlage und der kurzfristigen Schließung der Modehäuser in Straubing und Ingolstadt aufgrund von Modernisierungsarbeiten. Insgesamt sieht sich Wöhrl aber als Gewinner, da man sich vom allgemeinen negativen Markttrend abheben und die Marktposition festigen konnte. Der Rohertrag folgte der Umsatzentwicklung und sank um 0,6 Mio. Euro auf 127,4 Mio. Euro. Die Rohertragsmarge verbesserte sich leicht von 47,2 auf 47,5%. Auch bei den Ergebniszahlen musste Wöhrl Einschnitte hinnehmen: So sank das EBITDA von 11,5 Mio. auf 10,5 Mio. Euro (-8,7%) und das operative Ergebnis (EBIT) von 7,4 Mio. auf 5,5 Mio. Euro (-25,7%). Allerdings waren auch hier die Investitionen in Modernisierungen und Neueröffnungen ausschlaggebend: Die Investitionen in die oben genannten Modehäuser und die Neueröffnung des Hauses in Coburg sowie für die demnächst geplanten Neu- und Wiedereröffnungen in Bamberg und Dresden drückten auf die Ergebnisentwicklung. Des Weiteren wurden einige Mittel in Maßnahmen zur Hebung von Synergien mit der SinnLeffers GmbH finanziert, den die Nürnberger Anfang des Jahres übernahmen. Finanziert wurden die Maßnahmen hauptsächlich durch die im Februar emittierte Anleihe in Höhe von 30 Mio. Euro.

Fokus auf Harmonisierung mit SinnLeffers

Die Kooperation mit SinnLeffers wird auch die nächsten Monate bestimmen. Wie Wöhrl mitteilte, wird das von April bis 31. Juli dauernde Rumpfgeschäftsjahr, das man einführte, um gemeinsame Prozesse und Systeme im Rechnungswesen, Controlling und in der Warenwirtschaft aufzubauen, nicht nur durch „eine Reihe von Sondereffekten“, sondern auch durch den Sommerschlussverkauf belastet werden. Darüber hinaus arbeitet man weiter an der Weiterentwicklung der IT-Systeme, der Optimierung des Warenwirtschaftssystems und des Markenauftritts, z. B. bei der Marke U-eins sowie die schärfere Profilierung der Marken Wöhrl und SinnLeffers durch den Ausbau der Marketingaktivitäten und die Einführung crossmedialer Kommunikation. Darüber hinaus könnte auch das Thema eCommerce in der Agenda nach oben rutschen: Laut Mitteilung beobachtet das Management die Entwicklung „sehr genau“, und möchte mittelfristig durch innovative Konzepte in Kundenansprache und Online-Retail mittelfristig von diesem Trend profitieren.

Auf dem Weg der Besserung

Für das laufende Geschäftsjahr 2013/14, das am 1. August begonnen hat, erwartet Wöhrl wegen der neu eröffneten Häuser in Coburg (Eröffnung Oktober 2012) und Bamberg (Eröffnung September 2013) und den Umbauten in Dresden, Ulm und Erlangen eine stärkere Umsatzentwicklung als im Vorjahr. Einhergehend damit wird auch beim EBIT mit einer deutlichen Verbesserung gerechnet.

Foto: Vizona