3+2 = 24 Monate kein Streik im Einzelhandel: In Hessen und NRW wurden nun ebenfalls Tarifverträge geschlossen. Die Formel für die Friedenszeit kommt aus dem Süden der Republik: Erst gibt es drei Prozent, später zwei Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Ver.di Streik Düsseldorf

Der Streik hat sich gelohnt: zunächst gibt es 3%, nächsten Jahr noch einmal 2% mehr Geld für die Beschäftigten

Die Verhandlungen im Tarifstreik des Einzelhandels in den bevölkerungsreichen Bundesländern Hessen und Nordrhein-Westfalen sind beigelegt. Vor einer Woche, am 22. Juni, kamen die Gewerkschaft ver.di und die Arbeitgebervertreter sich nach der 6. Verhandlungsrunde geeignet. Am Donnerstag einigten sich dann auch die Streit-(Streik-)hähne in Nordrhein-Westfalen.

Die Verhandlungsergebnisse sehen denen den Tarifverträgen aus Baden-Württemberg und dem Saarland verblüffend ähnlich. Ab Juni gibt es für die Beschäftigen in Hessen 3% mehr Lohn und Gehalt, ab Juni 2012 gibt es noch einmal 2% mehr Geld. Zusätzlich gibt es im Frühjahr 2011 eine Einmalzahlung in Höhe von 50 Euro, für Auszubildende in Höhe von 25 Euro. Für die 445.000 Beschäftigten in NRW fällt die Regelung ähnlich aus, hinkt jedoch einen Monat hinterher. In beiden Bundesländern erhalten die Beschäftigten nun einheitlich 36 Urlaubstage.

Altersunabhängiger Mindestlohn in NRW

In Nordrhein-Westfalen einigen sich Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter zusätzlich auf einen altersunabhängigen Mindestlohn. Im ersten Beschäftigungsjahr beträgt der Mindestlohn im nordrhein-westfälischen Einzelhandel 8,50 Euro, im zweiten Jahr 9,00 Euro und 9,50 Euro im dritten Jahr. Nach dem dritten Tätigkeitsjahr gelten für die Beschäftigten dann die Tarifgruppen für gelernte Tätigkeiten. „Das bietet besonders den jungen Angestellten schnellere Aufstiegschancen“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Lieselotte Hinz. Darüber liegende Gehälter bleiben von der Regelung unberührt.