Vom Mouseclick in die Läden
Das Internet klaut keine Kunden, im Gegenteil: Laut der der neuen Interone-Studie „The Retail Revolution“ lockt das Internet Kunden in die Läden, statt sie vor die Bildschirme zu bannen. Der stationäre Handel muss das Potential nur richtig nutzen.
Die Digitalisierung eröffnet stationären Händlern ganz neue Potentiale. Statt eCommerce zu verteufeln, können Offline-Geschäfte vom Internet profitieren. Laut der neuen Interone-Studie „The Retail Revolution“, bei der 2.500 Konsumenten zu ihrem Shoppingverhalten befragt wurden, nutzen Kunden beide Kanäle.
Danach gilt mindestens jeder Zweite (56%) als so genannter ‘Hybrid-Käufer’, die sowohl in Geschäften als auch im Internet einkaufen. 24% gelten als reine Online-Käufer und 21% als reine Offline-Käufer.
Das Internet hat sich als Verkaufskanal fest etabliert, auch wenn die Nutzungshäufigkeit je nach Einkaufsbereich variiert. So bestimmt bei elektronischen Geräten der Preis das Kaufverhalten, wobei Preissuchmaschinen den Vergleich deutlich erleichtern. Mehr als die Hälfte der Konsumenten (58%) kaufen Kleidung im Internet wie in Geschäften, wobei die großen Player in beiden Bereichen führend sind. Lebensmittel und Baumarktartikel werden hingegen eher stationär gekauft, auch wenn hier ein Wandel zum Internet deutlich wird.
Handel profitiert mehr vom Internet als andersherum
Laut den Machern der Studie ist insbesondere das Wechselspiel zwischen Online und Offline-Einkauf interessant. Anders als erwartet, informieren sich weniger Kunden in einem Geschäft, um dann online einzukaufen als umgekehrt. Bei Mode informieren sich bspw. 24% im Geschäft und 27% im Internet, bevor sie in dem jeweiligen konträren Vertriebskanal shoppen. Durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones und der Möglichkeit direkt vor Ort zu recherchieren, wird die Online-Recherche in Zukunft weiter zunehmen.
Kunden sind schon ‘Multichannel’
Der Grund, warum das Internet dem stationären Handel (noch) nicht den Rang abgelaufen hat, ist, dass deutsche Verbraucher Kaufentscheidungen grundsätzlich eher kurzfristig, d.h. innerhalb von zwei Tagen, treffen. Geschäfte können das Potential von Spontankäufen daher noch deutlich erhöhen. 70 bis 85% der Befragten gaben an, dass Geschäfte sie dazu eher nicht inspirieren. Interaktive Technologien könnten das Cross-Selling verstärken. Außerdem hängt die Kaufentscheidung davon ab, welcher Einkaufskanal für den Kunden in der jeweiligen Situation am günstigsten erscheint. Internethändler punkten, weil Kunden Produkte hier „nebenbei“ bestellen können und, wenn sie eine große Auswahl, günstige Preise und flexible Bestell- und Lieferkonzepte anbieten. „Der moderne Konsument ist mittlerweile wirklich ‘Multichannel’, indem er im Kaufprozess alle Kanäle so kombiniert, wie es ihm am besten passt. Convenience ist sogar noch vor dem Preis das große Zauberwort, wenn der Konsument die Kanalentscheidung trifft. Zudem überholt das ‘Seen offline, bought online’-Phänomen das ‘Seen online, bought offline’-Verhalten – das sind doch wirklich gute Nachrichten für den stationären Handel, die es zu nutzen gilt“, fasst Franziska von Lewinski, CEO Interone, zusammen.










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