Vogue Chefin zickt gegen Fashion-Blogger
Anna Wintour, seit 1988 Chefredakteurin der US-Vogue – immerhin das einflussreichste Fashion-Magazin in den USA und in einigen Ausgaben tatsächlich so um die 2 Kilo schwer – lästert gegen junge Modebloggerinnen. Obwohl sie erst kürzlich für ihr Lebenswerk mit den Ellie Awards ausgezeichnet wurde und sie dazu nur meinte, die Vogue zu leiten, sei gar nicht schwer, sondern für sie eigentlich „Fun“. Fragt sich nur, warum sie dann nicht lässiger auf die Modeblogs schaut. Auf die Frage, was sie von den Fashion-Bloggern halte meinte sie ein bisschen bissig: „Wir lieben alles was mit Fashion zu tun hat. Wir kümmern uns nicht darum, woher es kommt. Wir umarmen Blogger und Videos und Social Networking. Je mehr über Mode geredet wird, desto besser. Daher haben wir ja jetzt auch unsere eigene Webseite, die all das verbindet. Aber was für uns neu an diesem Phänomen ist, dass jeder ein Fashion Editor sein kann. Aber manchmal haben wir den Eindruck, dass viele dieser Blogger und Neulinge in dieser Welt nicht ganz das Verständnis für Mode und nicht ganz die Erfahrung haben, die sie haben sollten. Aber wie gesagt, je mehr desto besser. Wir umarmen sie alle.“ Ok, das Umarmen fühlt sich eher wie ein Dolchstoß an… Vielen Dank dafür!
Anna Wintour
Der zickige Ton hat aber auch einen guten Grund. Denn Anna Wintour fühlt sich von den jungen Fashion-Bloggern bedroht. Mag sein, dass die hin und wieder nicht sehr viel Stil haben, aber der ist ja erstens subjektiv und zweitens, mögen einige ihrer Kritiker ja auch schon mal an ihrem immergleichen Beton-Bob rumgemäkelt haben. Vogue macht zurzeit nur das durch, was viele Zeitungen und Zeitschriften erleben. Ihr Werbemarkt schrumpft. Für ein Magazin, was zu 85% nur aus Hochglanzanzeigen besteht, ist das natürlich eine dramatische Entwicklung. So schrumpft ein ehemals 840 Seiten starkes Heft mit 727(!) Seiten Werbung (legendär: Vogue September Issue 2007) um ein Drittel, was gar nicht gut fürs Image und für die Kasse ist. Aber schon mal überlegt, dass es doch der Wahnsinn ist, für so viel Werbung, so viel Geld auszugeben. Werbung ist doch etwas, was man eigentlich umsonst bekommt.








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