Es muss nicht unbedingt Etikettenschwindel sein, aber undeutliche, schwer lesbare oder nicht leicht verständliche Preisschilder sorgen für Verwirrung und Unmut bei Kunden. Und das ist schlecht für’s Geschäft.

Flaggenkunde hilft bei der Frage: Wie viel kostet der Pulli in Deutschland?

Nach Einschätzung des Branchenverbands BTE kosten schwer lesbare oder schwer verständliche Preisschilden den deutschen Modehandel jedes Jahr rund 3% des Jahresumsatzes. Oftmals liegt es daran, dass Modehändler, insbesondere international tätige vertikal aufgestellte Filialisten, ihre Produkte gleich in mehreren Währungen auspreisen: Außer in Euro sind die Preise oftmals auch in Dänischen Kronen, Schweizer Franken oder Britischen Pfund zu lesen – und das in Schriftgröße 7. Das führt nicht nur Frust bei Kunden, die Probleme mit kleinen Zeichen haben, sondern auch zur Verwirrung, wie viel das gewünschte Kleidungsstück genau kosten soll – mit dem Ergebnis, dass der Kunde das avisierte Teil lieber wieder zurück auf die Stange hängt als es zur Umkleide oder Kasse zu tragen. „Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als wenn ein Kunde mit Kaufabsicht in den Laden kommt – und dann unverrichteter Dinge wieder geht, weil das entsprechende Teil schlecht ausgezeichnet ist”, findet der BTE-Hauptgeschäftsführer Jürgen Dax.

Aktuell hat die Thematik an Brisanz gewonnen, denn das Landgericht Nürnberg/Fürth hat nun in einem Urteil (Az: 7 O 1400/11) bestätigt, dass Auspreisungen in Winzlingsschrift von der Verbraucherzentrale zu Recht abgemahnt wurden. Die Preisschilder sind unverzichtbare Einkaufshilfen für den Verbraucher und sollen daher gut lesbar sein. Der BTE rät dem Handel nun im eigenen wirtschaftlichen Interesse und nicht erst auf möglichen Druck der Gerichte in punkto Etikettenlesbarkeit tätig zu werden. Dabei bietet der Verband seine Hilfe an, in einem gemeinsamen Arbeitskreis zu erörtern, wie man die umsatzverhindernden Aufdrucke durch Optimierung oder Rationalisierung verbessern könnte.