Begeisterung sieht anders aus... Das von Entwicklungsminister Müller vorgeschlagene Textilsiegel stößt bei BTE und der Christlichen Initiative Romero auf Skepsis – allerdings aus unterschiedlichen Gründen.

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Gut gemeint, schlecht gemacht: Der Vorschlag von Gerd Müller zu einem neue Textisiegel stößt auf Skepsis

Der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) sieht keinen Nutzen in der Schaffung eines neuen Textilsiegels, wie es Entwicklungsminister Gerd Müller kürzlich angeregt hat: „Angesichts der bereits existierenden Vielfalt an Siegeln und Ökolabels sollten sinnvolle bestehende Initiativen in Abstimmung mit allen maßgeblichen Branchenverbänden gestärkt werden, anstatt im Alleingang neue Projekte mit vergleichbaren Zielen ins Leben zu rufen“, kritisiert BTE-Präsident Steffen Jost. Der BTE hat sich selbst unlängst mit Möglichkeiten auseinandergesetzt, wie die Produktionsbedingungen in Asien verbessert werden können und empfiehlt Händlern und Lieferanten, sich der „international bereits weit vorangeschrittenen Business Social Compliance Initiative (BSCI) anzuschließen.

Die Christliche Initiative Romero (CIR), die auch die Clean Clothes Campaign unterstützt, begrüßt die Initiative von Müller, allerdings wird auch hier kritisch angemerkt, dass die Vielzahl der bereits existierenden Siegel, Zertifikate und Standards bislang nicht ausgereicht hat, um bessere Arbeitsbedingungen in den Zuliefererländern in Fernost zu garantieren. Stärkster Kritikpunkt der CIR ist, dass Müllers Vorschlag nicht weit genug geht: „Freiwillige Selbstverpflichtungen dienen den Unternehmen viel zu oft als Feigenblatt“, so der Verein und verweist auf die BSCI. Ein staatliches Textilsiegel sei nur dann effektiv, wenn die dahinter stehende Regelung gesetzlich verbindlich ist und zuverlässig kontrolliert wird.

Foto: Dr. Gerd Müller