Starke Krone, hohe Rohstoffkosten und weniger Nachfrage nach den beliebten Billigkollektionen machen es dem schwedischen Modekonzern nicht leicht. Das ernüchternde Resultat nach sechs Monaten: Der Umsatz steigt um nicht mal 1 Prozent, der Gewinn bricht um über 20 Prozent ein.

H&M Amsterdam

H&M Kollektionen weniger gefragt: Hohe Zinsen, höhere Energiekosten und staatliche Sparmaßnahmen drücken die Konsumfreude

Der schwedische Modekonzern H&M erlebt trotz des allgemeinen wirtschaftlichen Booms nicht gerade seine besten Zeiten. Die Umsätze (vor Steuern) stiegen im ersten Halbjahr 2010/11 (1. Dezember bis 31. Mai) gerade einmal um 0,5% auf 52 Schwedische Kronen (SEK), was rund 5,69 Mrd. Euro entspricht. Schade, dass die Krone so stark ist, denn währungsbereinigt konnten die Schweden nämlich 10% zulegen, flächenbereinigt ergab sich immer hin ein Plus von 2%.

Im noch wichtigsten deutschen Markt sank der Umsatz um 3% auf über 14 SEK (1,56 Mrd. Euro), allerdings kletterten die Umsätze in Euro um 8%, was nicht zuletzt an der Eröffnung von neun neuen Stores lag. Zu Ende Mai gab es in Deutschland 385 Läden. Ähnlich war die Umsatzentwicklung in anderen europäischen Kernmärkten wie Österreich, den Niederlanden, Frankreich oder Spanien, wo die starke Krone große Umsatzsprünge verhinderte. H&M Chef Karl-Johan Persson erklärte, dass außerdem „steigende Zinsen, höhere Energiepreise und Sparmaßnahmen in vielen Volkswirtschaften“ auf die Konsumstimmung drücke. In Großbritannien, den USA, China, Russland und Südkorea verbuchte der Filialist hingegen satte Umsatzsteigerungen im zweistelligen Bereich.

Maue Ergebnisse

Noch schlechter viel hingegen das Ergebnis aus. Das Betriebsergebnis sank von 11 auf 9 Mrd. SEK, der Periodengewinn fiel von 9 SEK um 23% auf knapp 7 SEK (0,75 Mrd. Euro). Grund hierfür waren die hohen Beschaffungspreise, insbesondere für Baumwolle, sowie außerordentliche Kosten wie für das neu eingerichtete Incentive-Programm für H&M Mitarbeiter.

Trotzdem: Ein funktionierendes Geschäftsmodell

Es ist sicherlich schwierig bei solchen Zahlen den Optimismus nicht zu verlieren. Karl-Johan Persson versucht es trotzdem: „Wir gewinnen weiter Marktanteile in einem schwierigen Marktumfeld, das zeigt die starke Position von H&M. Wir sehen ein großes Wachstumspotenzial in den bestehenden und den neuen Märkten. Unser Geschäftsmodell funktioniert, wie man bspw. in einem schnell wachsenden Markt wie China sehen kann, wo wir schneller expandieren werden.“ Für das zweite Halbjahr sind insgesamt 178 neue Stores und 19 Schließungen geplant. Die wichtigsten Märkte für die Expansion sind neben China, Großbritannien und die USA. Im Herbst soll Singapur erschlossen werden, in Marokko und Jordanien sollen erstmals Franchise-Stores eröffnen.

Foto: H&M