Schnäppchenjäger dürften sich freuen, denn die Rabatte zum Abschluss der Sommersaison fallen in diesem Jahr so hoch aus wie lange nicht. Die Händler müssen nach bereits im Frühjahr gestarteten Rabattaktionen nachlegen, um ihre Lager zu leeren.

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Das ganze Jahr über ist Sale: Die meisten Händler locker öfter als 5x im Jahr mit Rabattaktionen

Der diesjährige Sommerschlussverkauf (SSV) dürfte Verbrauchern in diesem Jahr besonders viel Spaß machen, denn laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (E&Y) prognostizieren Einzelhändler Preisnachlässe von durchschnittlich 27% – im letzten Jahr waren es lediglich 20%. Im traditionellen Fachhandel planen sogar rund zwei Drittel der Händler Rabatte von durchschnittlich 35%. Für Schuhe, Kleidung und Sportartikel fallen die Preisnachlässe mit durchschnittlich 28% bzw. 29% besonders hoch aus.

Grund für die scheinbare Großzügigkeit sind die immer noch ungewöhnlich hohen Lagerbestände, die der Handel nun losschlagen muss, um Platz für die Herbst-/Winterware zu machen. „Wegen der kühlen und nassen Witterung im Frühling und Frühsommer liefen die Geschäfte vor allem im Textilhandel deutlich schlechter als erwartet – die Lager sind jetzt noch gut gefüllt mit Sommerware“, so Thomas Harms, Partner bei E&Y. Und das, obwohl die Reduzierungswelle bereits seit Monaten läuft.

 

Das ganze Jahr über SALE

Überhaupt scheint der Trend dahin zu gehen, öfter Rabattaktionen zu starten. Jeder dritte Händler macht fünf bis zwanzig Aktionen im Jahr, jeder zehnte Händler sogar mehr als 20. „Mittlerweile ist das ganze Jahr über Sale“, konstatiert Harms. Und daran wird sich wohl auch nichts ändern: Neun von zehn Händlern wollen im kommenden Jahr sogar mindestens so häufig Rabatte geben wie in 2013. Damit züchtet sich der Handel allerdings eine Konsumentenschicht von Schäppchenjägern heran, was auf Dauer zulasten der (ohnehin nicht üppigen) Marge geht und existenzgefährdend werden kann. 87% Händler sind allerdings überzeugt, dass Kunden Rabattaktionen mittlerweile als selbstverständlich erachten. Clever genutzt, können Rabattaktionen allerdings der Kundenbindung dienen – wenn man sie denn auf ausgewählten Kundengruppen beschränkt. Hier bieten technische Anwendungen bspw. über Smartphones als „Mobile Couponing“ Anreize. Über ein Drittel der Händler nutzt diese Online-Coupons bereits, weitere 28% haben es in Planung.

Positiv und optimistisch gestimmt

Insgesamt – trotz des schwachen Jahresauftaktes und des Rabattdrucks – sind die Händler momentan überwiegend zufrieden. Fast neun von zehn Händlern bewerten ihre aktuelle Situation als „positiv“, 31% sogar als „uneingeschränkt gut“. Für die kommenden Monate bleiben die Händler allerdings vorsichtig optimistisch. Etwas mehr als die Hälfte (53%) rechnen damit, dass sich ihre Geschäftslage in den nächsten Monaten verbessern wird. 44% gehen damti aus, dass es stabil bleibt. Jeder vierte erwartet außerdem, dass sich das Konsumklima zukünftig weiter aufhellen wird. „Zufriedenstellende Geschäftslage, positiver Ausblick – fast scheint es, als sei die europäische Schulden- und Konjunkturkrise im Handel kein Thema“, kommentiert Harms die Befragungsergebnisse, warnt aber davor, dass die Europakrise nicht gelöst ist und jederzeit wieder aufflammen kann. „Jede weitere Krisenmeldung kann das Konsumklima empfindlich treffen und dem Handel das Geschäft verderben. Noch aber stehen die Zeichen im deutschen Handel dank geringer Arbeitslosigkeit, niedriger Zinsen und steigender Löhne eher auf Wachstum.“