Shopping-Center trotzen der Online-Konkurrenz
Trotz boomender Online-Konkurrenz zeigt sich die deutsche Shopping-Center-Industrie unbeeindruckt. Bis 2017 sollen rund neue 140 Projekte mit einer Fläche von mehr als zwei Millionen Quadratmetern realisiert werden.
Entwicklung der Verkaufsflächen in deutschen Shopping-Malls (von 1961 bis 2017)
Betrachtet man den Verbreitungsgrad von deutschen Shoppingcentern, scheiden diese im europäischen Vergleich relativ schlecht ab. Mit einem Wert von 0,14 Quadratmeter Shopping-Mall-Fläche pro Einwohner haben die deutschen Konsumenten nicht gerade die Qual der Wahl. In Europa haben die Norweger mit mehr als 0,60 Quadratmeter pro Einwohner die höchste Shopping-Mall-Dichte. Trotz des Verkaufsflächenbooms in den letzten zwei Jahrzehnten erreicht Deutschland eher eine im internationalen Vergleich überschaubare Dichte. Selbst Großstädte wie Köln, Düsseldorf oder Stuttgart liegen leicht über dem deutschen Mittel oder sogar etwas darunter. Sehr wenig oder gar kein Shopping-Mall-Angebot haben hingegen die Städte Marburg, Rheine oder Lüneburg, obwohl sie Einwohnerzahlen zwischen 70.000 und 80.000 aufweisen.
Bis zum Jahre 2017 will man der geringen Shopping-Center-Dichte in Deutschland entgegen treten. Insgesamt in Planung sind aktuell rund 140 Projekte inklusive Erweiterungen von bestehenden Centern. Zusammen ergibt das später eine Fläche von knapp über zwei Millionen Quadratmetern, wovon rund 20% der Flächen auf der grünen Wiese geplant sind. Als grüne Wiese wurden Standorte definiert, die sich am Stadtrand, in Gewerbegebieten oder außerhalb der Städte in der Nähe von unbebauten Agrarflächen befinden.
Betrachtet man die Shopping-Malls in puncto Umsatz und Frequenz, so konnte festgestellt werden, dass sich Einkaufszentren gegenüber Einkaufsstraßen und Kaufhäusern sehr gut behaupten. Seit einigen Jahren kommt jedoch starke Konkurrenz aus dem Onlinebereich. Der boomende Onlinehandel lässt die durchschnittlichen Quadratmeterumsätze in den Einkaufszentren deutlich sinken. Dies hat zur Folge, dass „das Aussterben der schlechten oder auch nur mittelmäßigen Handelsstandorte beschleunigt wird“, erklärt Wolfgang Richter, Geschäftsführer von RegioData Research.
Wie und wie lange es den Shopping-Centern noch so gut geht, kann nur vermutet werden. Für die Zukunft ist die Branche trotz starker Online-Konkurrenz jedoch optimistisch gestimmt.
Graphik: RegionData Research





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