Schuhhandel: Optimistisch wie seit Langem nicht
Anlässlich der Düsseldorfer Schuhmesse GDS zeigen sich deutsche Schuhhändler für 2014 recht erwartungsvoll. Immerhin schloss die Branche das letzte Jahr trotz gesunkener Frequenz mit einem minimalen Plus ab, denn der Schuhhandel setzt auf Trading-Up und besseren Service am POS.
Mehr Wert bei Schuhen: Trading-Up im Schuhhandel
Das Fazit, das Brigitte Wischnewski, Präsidentin des Bundesverbandes des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) am 12. März auf der HDS-Pressekonferenz zog, ist eigentlich recht erfreulich. Der deutsche Schuheinzelhandel ist optimistisch wie lange nicht mehr und hält ein nominales Wachstum von 2% für möglich – wenn das Wetter (endlich mal wieder) mitspielt. Rückblickend auf 2013 erreichte die Branche trotz schwieriger Wetterbedingungen ein Umsatzplus von gut 1%. Allerdings war die Entwicklung innerhalb der Branche uneinheitlich: Kleinere und mittlere Fachgeschäfte mussten Rückgänge von 0,5 bis 1% hinnehmen, während größere Filialbetriebe ein Plus von 2% erreichten. Dies war allerdings oftmals nur dem Flächenwachstum geschuldet. Die Onlinehändler dagegen konnten wie schon im Vorjahr zweistellige Zuwachsraten um rund 15% verbuchen.
Um dem boomenden Internethandel etwas entgegenzusetzen, setzen mittlerweile auch viele Schuhhändler auf Cross-Channel-Strategien – mit durchwachsenem Erfolg. Angegliederte Webshops arbeiten wegen der nicht gerade niedrigen Retourenquote oftmals nicht kostendeckend, konstatiert der BDSE. Darum muss der deutsche Schuhhandel mit innovativerem Store-Design, besserer Beratungsqualität oder anderen qualitativen Faktoren gegenüber der Onlinekonkurrenz punkten. Beim Wettrennen auf Preisvorteile zu setzen, wäre ja auch illusorisch.
Nach Schätzungen des BDSE belief sich das Marktvolumen bei Schuhen in 2013 auf 11,6 Mrd. Euro. Auf den stationären Schuhfachhandel fallen rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes in Höhe von rund 8,2 Mrd. Euro. Davon erfolgten rund 12% aller Schuheinkäufe über das World-Wide-Web. Der Rest ist anderen stationären Vertriebsformen wie Warenhäusern, Bekleidungsgeschäften oder anderen Händlern zuzuordnen.
Damenschuhe dominieren den Schuhhandel mehr denn je
Auch wenn die Umsätze zufrieden stellten, litten die meisten Schuhgeschäfte unter sinkender Kundenfrequenz. Ein höherer Durchschnittsbon konnte die Frequenzschwäche kompensieren. Dabei stiegen die Schuhpreise in gleichem Maß wie die Verbraucherpreise. Allerdings lässt sich im Schuhfachhandel ein Trading-up-Prozess beobachten, der dazu führt, dass die oberen Verkaufslagen ausgebaut werden. Damenschuhe kosten im Schnitt rund 66 Euro, Herrenschuhe knapp 78 Euro und Kinderschuhe 47 Euro. Wie auch im Bekleidungsmarkt dominiert das weibliche Geschlecht den Schuheinzelhandel: Damenschuhe stehen für knapp 69% des Gesamtschuhumsatzes, abgeschlagen dahinter folgen Herrenschuhe (19%), Kinderschuhe (7%) und Sportschuhe (5%).





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