Ein schwieriges Jahr: Der Sommer kam zu spät, der Winter war zu lasch. Nach Berechnungen des BDSE erzielte der deutsche Schuhhandel in 2012 lediglich ein Pari. Gleichzeitig sorgten Preisabschriften für ein Sinken der Marge. Nur die Onlinehändler konnten punkten.

Nur über verstärkte Verkaufsanstrengungen und einen höheren Kaufbetrag pro Kunde konnte die Frequenzschwäche im Schuhhandel kompensiert werden

Das Fazit, das Brigitte Wischnewski, Präsidentin des Bundesverbandes des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) für das Jahr 2012 im Vorfeld der GDS zog, fiel eher bescheiden aus. Der deutsche Schuhhandel hatte es im letzten Jahr nicht leicht. Obwohl die Kauflaune der Deutschen in 2012 eigentlich ganz gut war, werden Schuhe immer stärker nach Bedarf und aktueller Witterung gekauft. Und weil sich der Sommer mit Verkühlung verspätete, der Winter nahtlos daran anschloss und weitestgehend zu mild war, kamen die Schuhe nicht recht unters Volk beziehungsweise erst dann, wenn die Händler bereits den Rotstift angesetzt hatten. Insgesamt verbuchte der deutsche Schuhhandel (inkl. der Großfilialisten) ein Umsatzvolumen von rund 8 Mrd. Euro. Damit erzielte der Schuhhandel im Vergleich zu 2011 zumindest ein Pari. Während die mittelgroßen Fachgeschäfte leichte Umsatzzuwächse verbuchten, konnten die kleinen Fachgeschäfte die Marke aus dem Vorjahr nicht erreichen. Auch viele Großfilialisten taten sich schwer, zwar verzeichneten einige ein Umsatzplus, andere hingegen mussten sich konsolidieren und Standorte schließen.

Schwer wiegt branchenübergreifend, dass sich das Umsatzpari mit Preisabschlägen erkauft wurde. Um die Frequenzschwäche auszugleichen setzte der Handel schon früh auf Preisnachlässe. Fast 44% der vom BDSE befragten Unternehmen verbuchten höhere Preisabschriften, was zu Lasten der Marge ging.

Ein weiterer Trend, der es den stationären Händlern nicht leichter machte, war dass, ein wachsender Teil der Kundennachfrage im Internet bedient wurde. Der BDSE schätzt, dass Schuhonlinehändler Zuwächse im niedrigen zweistelligen Bereich erzielt haben dürften und mittlerweile einen Gesamtumsatz von 1,3 Mrd. Euro machen. Das entspricht 11% des gesamten Einzelhandels-Marktvolumen von Schuhen (11,5 Mrd. Euro).

Für 2013 bleibt der Branche ein „gedämpft optimistischer“ Blick in die Zukunft. Nachdem sich die Hoffnungen bereits in 2012 zerschlagen hatten, rechnen rund 60% mit stagnierenden Umsätzen, je ein Fünftel rechnet entweder mit steigenden und sinkenden Umsätzen. Der BDSE sieht die Lage etwas positiver und rechnet mit einem nominalen Umsatzwachstum von 2%.

Umsatzentwicklung 2012: Flauer Sommer und später Winter

Bei vielen Schuhhändlern war die Kundenfrequenz geringer als in 2011

Dagegen stiegen die Preisabschriften

Hoffen, dass es in 2013 bleibt wie es ist

 

Foto: via flickr / danxoneil // Graphiken: BDSE