Der Nürnberger Modefilialist musste in 2015 nicht nur einen herben Umsatzrückgang einstecken, sondern auch einen Jahresfehlbetrag verbuchen. Jetzt heißt es, sich zukunftsfähig aufzustellen.

Wöhrl hadert mit rückläufigen Frequenzen und will Kunden sukzessive online zurückgewinnen

Wöhrl hadert mit rückläufigen Frequenzen und will Kunden sukzessive online zurückgewinnen

Auch an Wöhrl ging die negative Entwicklung im Modehandel nicht spurlos vorbei, sondern hinterließ einen argen Kratzer. Nachdem bereits das erste Halbjahr zäh verlief, schrumfte der Umsatz im Gesamtgeschäftsjahr (01. August 2014 – 31. Juli 2015) um 4,8% auf 316 Mio. Euro, während sich das EBITDA von 11,6 Mio. Euro auf 6,6 Mio. Euro fast halbierte. Unterm Strich hatte die Handelsgruppe dann einen Fehlbetrag von 1 Mio. Euro stehen.

Und weil sich das Geschäft ganz und gar nicht zur Zufriedenheit des Vorstands entwickelte, kämpft Wöhrl bereits seit Monaten gegen den negativen Branchentrend. Es gab Prozessoptimierungen für die Warenbestellung und die Bestandssteuerung, Synergien in administrativen und anderen Bereichen mit SinnLeffers – aber das alles genügte noch nicht, um den „unerwartet deutlichen Umsatzrückgang“ auszugleichen. Erklärtes Ziel ist es nun, die Vororderquote weiter zu reduzieren, um flexibler auf die Marktlage und die Kundenbedürfnisse reagieren zu können. Gleichzeitig wird das Filialnetz unter die Lupe genommen: Das Geschäft in Zwickau wird wie geplant im März geschlossen. Investiert wird lieber in profitable Standorte wie das Stammhaus in Nürnberg, die Modehäuser in Amberg, Augsburg, Schweinfurt oder Aschaffenburg. Daneben wird die Multichannel-Strategie peu à peu umgesetzt: Nach dem Relaunch der Webseite und der Einführung von Curated-Shopping, soll es demnächst bestellfähige Newsletter-Kampagnen geben. Bis zum Jahresende will Wöhrl dann mit einem eigenen Onlineshop an den Start gehen und erhofft sich davon, nicht nur faktisch mehr Umsatz, sondern auch mehr Frequenz in den Häusern.

Laut Wöhrl ist das neue Geschäftsjahr „zufriedenstellend“ gestartet: Während es von August bis Oktober gut lief, musste der Händler im Vorweihnachtsgeschäft (November und Dezember) allerdings wieder einen Umsatzrückgang hinnehmen. Auch 2015/16 wird mithin kein leichtes Jahr für die Nürnberger werden…

Foto: Wöhrl