Desigual: Umsatzschwund und Gewinneinbruch
Die Ungleichung! Das katalanische Modeunternehmen muss nach zwei Jahrzehnten des permanenten Wachstums trotz stetiger Expansion nun einen Umsatzknick hinnehmen. Mehr Läden bedeuten nicht zwangsläufig mehr Umsatz, und schon gar nicht mehr Gewinn. Das Unternehmen korrigiert seinen Kurs.
Der französische Fonds Eurazeo hatte sich wahrscheinlich etwas mehr von seinem Investment bei Desigual erhofft. Seit dem Einstieg des Finanzinvestors schwächelt das spanische Modeunternehmen. Die Umsätze in 2015 lagen mit 933 Mio. Euro rund 3% unter dem Vorjahr. Das konstante Wachstums scheint damit vorerst ein Ende gefunden zu haben und auch die anpeilte Milliardenmarke scheint in weite Ferne zu rücken. In der Nachfrage geschwächelt haben ausgerechnet die Kernmärkte Spanien und Frankreich. Zuwächse gab es insbesondere in den neuen Märkten außerhalb Europas, primär in Lateinamerika, wobei diese neuen Märkte aber noch für einen relativ überschaubaren Umsatzteil von 10% stehen. In Spanien, Frankreich, Deutschland und Italien setzt Desigual rund 70% des Gesamtumsatzes um.
Statt Wachstum heißt es jetzt Transformation
Ein Blick auf die Ergebniszahlen offenbart das viel größeres Dilemma von Desigual: Das EBITDA sank um 24% auf gut 200 Mio. Euro. Grund für den Einbruch war neben den rückläufigen Umsätzen vor allem die Investitionen für die bereits 2014 angeschobene Erweiterung des Retailnetzwerks. Bei den mittlerweile rund 550 eigenen Läden muss Desigual nun nachjustieren. Zum einen durch die Drosselung der Expansionsgeschwindigkeit (48 neue Läden statt wie von über hundert wie in 2014) und Schließung von bislang 27 unrentablen Filialen. Zur weiteren Transformation des Unternehmens gehört die Arbeit am Produkt mit dem Fokus auf Womens-, Mens- und Kidswear sowie Accessoires und ein schnellerer Kollektionsrhythmus. Vor diesem Hintergrund hat sich der wieder amtierende CEO und Gründer Thomas Meyer personelle Unterstützung durch den ehemaligen The-Phone-House Gründer Pierre Cuilleret als Chief Client Officer und dem ehemaligen Caprabo-CEO Alberto Ojinaga als Chief Corporate Officer geholt, die sich nun verstärkt um Marketing, Kommunikation, Vertrieb bzw. operative Themen wie Logistik, Ressourcen und Verwaltung kümmern sollen.
Eurazeo wertet seine Anteile ab
Eurazeo zog aus den schlechten Zahlen seinerseits Konsequenzen und wertete sein 10%-Aktienpaket massiv ab. Statt der vor zwei Jahren investierten 285 Mio. Euro steht jetzt nur noch eine Bewertung von 150,6 Mio. Euro in den Büchern des französischen Fonds.







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