Paris zeigte sich luftig und vielseitig
Nach New York, London und Mailand markiert Paris das Ende der Big Four der großen Modewochen: Nicht nur kräftige Farben, sondern auch zarte Sorbet-Farben fanden sich in den Entwürfen der Designer wieder. Transparente Einsätze schafften einen sexy Look.
Auf nach Paris!
Vom 25. September bis zum 3. Oktober hieß es wieder: Auf nach Paris, der Mode-Stadt schlechthin, die Stadt, die das Sinnbild von Prêt-à-Porter ist und mehr große Designer als die anderen Big Fashion Week Metropolen New York, London oder Mailand zeigt. Insgesamt gab es weit über 100 Shows an mehr als 50 Locations zu begutachten. Zwei davon wurden besonders erwartet: Die Schauen von Dior und Saint Laurent (früher Yves Saint Laurent, aber das Yves war nicht mehr zeitgemäß). Raf Simons (44), ehemaliger Kreativchef von Jil Sander und Nachfolger des in Ungnade gefallenen John Galliano, gab seinen Einstand bei Dior. Und Hedi Slimane (ebenfalls 44), der bei Saint Laurent sein Debut gab und damit die Nachfolge des weniger überzeugenden Stefano Pilati antrat. Viele Gazetten ließen die beiden antreten wie in einem Duell – „Schlacht der Titanen“. Ganz ehrlich, so langweilig sind die Pariser Schauen nun auch wieder nicht…
Abseits davon fällt das Fazit für die Frühjahr-/Sommermode 2013 folgendermaßen aus: Kleider bleiben, gerne auch sexy und kurz. Es gibt weiter zahlreiche Anleihen aus den Jahrzehnten zuvor, Minimalismus wird wieder aufgefrischt und auch sonst gibt es nicht wahnsinnig viel Neues. Schön war’s trotzdem.
Bei seiner dritten Kollektion für Balmain setzte Chefdesigner Olivier Rousteing den Schwerpunkt auf die 90er-Jahre. Gezeigt wurden Jacken und Blazer mit breiten Schultern, dazu sowohl enge als auch weite Hosen mit hohem Bund. Außerdem präsentierte das Pariser Modehaus kurze, figurbetonte Stretchkleider. Herausragende Farben waren Schwarz, Weiß und Gelb. Aber auch Denim kam zum Einsatz.
Als klassisch elegant lässt sich die Kollektion von Alber Elbaz für Lanvin bezeichnen. Dieser Look wurde nicht nur durch die präzisen Schnitte, sondern auch durch die herausragende Farbe Schwarz erzeugt. Jumpsuits, Hosenanzüge und Kleider schillerten mit den für Elbaz‘ typischen Steinverzierungen.
Nina Ricci zeigte figurbetonte, teils durchsichtige, Kleider in Schwarz und Rot sowie in zarten Farbtönen wie Flieder. Ebenso fanden sich Pünktchen-Muster in der Kollektion wieder. Puren Glamour vermittelten Kleider mit Strasssteinchen.
Balmain
Lanvin
Nina Ricci
Raf Simons kreierte für Dior schwarze Hosenanzüge, zu denen eng um den Hals gebundene Tücher kombiniert wurden. Daneben gab es auch kurze figurbetonte Kleider in bunten,kräftigen Farben wie Zitronengelb, Organe oder Rosa. Einige der Kleider verführten mit einer zusätzlichen Schleppe.
Maison Martin Margiela präsentierte voluminöse, unifarbene Kleider in Schwarz, Creme und Hellgrau. Diese waren schulterfrei und konnten mit einem Kurzarm-Blazer getragen werden. Lange Handschuhe definierten trotz der weiten Entwürfe einen femininen Look.
Die Frühjahr/Sommerkollektion 2013 von Yohji Yamamoto vereint verschiedene Looks: Von purer Eleganz bis hin zum khakifarbenen Militär-Look. Aber auch Weiß und ein kräftiges Rot brachte der Designer in seinen Entwürfen unter, die mit leichten und teilweise schimmernden Stoffen überzeugten.
Dior
Maison Martin Margiela
Yohji Yamamoto
Viktor & Rolf stellten plissierte Kleider und Jumpsuits vor. Glänzende Stoffe, Metallic-Looks, Schleifen und eine Rose zierten zudem die Kollektion. Die Farben reichten von Schwarz und Weiß bis hin zu einem zarten Beige oder Pfirsich.
Vivienne Westwood designte eine Kollektion mit einer Vielfalt an Farben, Stoffen und Mustern –spielerisch und zugleich klassisch feminin. So war (fast) alles vertreten: Von Schwarz über Blau bis hin zu Rosa. Was die Entwürfe allerdings vereinte, waren breite Schultern.
Jean Paul Gaultier setzte neben Uni- auch auf Nadelstreifen-Design bei Hosenanzügen bei schwarzen Hosenanzügen. Rockiger waren hingegen Looks mit kurzer Shorts und Netzoberteilen. Einen Hauch von Asien versprühten Entwürfe, die mit Kirschblüten bedruckt waren. Verstärkt wurde der Look durch einen Kimono. Auch Denim fand einen Platz in der Kollektion des Labels.
Viktor und Rolf
Vivienne Westwood
Jean Paul Gaultier
Auf weite, locker sitzende Entwürfe setzte auch Kenzo. Die Farb- und Musterpalette zeigte sich dabei vielseitig. Ein kräftiges Orange macht schon in den dunklen Herbsttagen Lust auf einen strahlenden Frühling. Ebenso erinnerten florale Muster an die warme Jahreszeit.
Christophe Lemaire kreierte für Hermès eine Kollektion mit eher zarten Farben und Details aus Leder. Herausragend waren Mosaik- sowie fernöstliche Prints. Auch Kleider, Hosenanzügen mit Krawatten kombiniert sowie Mäntel in Camel waren Teil der Kollektion. Diese wurden mit einem breiten Gürtel getragen, um eine schmale Taille zu zaubern.
Sowohl Sport- als auch Business-chic gab es bei Stella McCartney. Die Designerin zeigte viele kräftige Farben wie Orange und Grün. In den Entwürfen fanden sich transparente Einsätze. Hemdblusen, Kleider und Blazer waren kastig geschnitten. Tops waren schulterfrei.
Kenzo
Hermès
Stella McCartney
Die unbeschwerte Leichtigkeit des Seins: Clare Weight Keller stellte bei ihrer Kollektion für Chloé bauchfreie Oberteile, Volants sowie A-linienförmige Kleider in den Fokus. Zudem zierten transparente Stoffe und Glitzerstreifen die Entwürfe. Durch die Wahl heller, zarter Farben wie Rosa, Creme und Weiß wirkte die Kollektion jung und unbeschwert.
Hedi Slimane feierte seine Debüt-Kollektion für Saint Laurent, vormals Yves Saint Laurent. Neben Röhrenhosen aus Leder kombiniert zu kurzen Blazern präsentierte der Designer bodenlange Kleider, ob aus Leder oder aus leicht transparenten Stoffen. Die dominierende Farbe war Schwarz, sodass die Kollektion einen Hauch von Gothic versprühte.
Viel Wind um Nix? Für Chanel setzte Karl Lagerfeld auf Tweedstoffe sowie frischen Looks in Schwarz-Weiß. Jedoch fanden auch Rot, Blau und Grün Platz in der Kollektion. Über Minikleider wurden kurze Jacken oder Blazer getragen , ergänzt überdimensionierten Armbändern oder einer XXXXL-Tasche. Außerdem wurden Denim-Looks und blumenberankte Kleider vorgestellt – das Ganze vor einer Kulisse mit Windrädern. Wollte der Karl damit ein Statement für mehr grüne Energie setzen?
Chloé
Saint Laurent
Chanel
Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli designten für Valentino traumhaft feminine Cocktailkleider. Neben transparenten Stoffen, waren manche Kleider auch aus Leder. Darüber hinaus wurde der romantische Look durch zarte Farben wie Elfenbein und Apricot unterstrichen.
Und diese Biene, die ich meine, die heißt… Voluminös wurde es bei Alexander McQueen: Kleider in Schwarz und Rot zauberten eine schmale Taille, waren jedoch ab der Hüfte weit ausgestellt geschnitten, sodass sie an Ballkleider (oder Bienenkostüme) erinnerten. Andere Teile der Kollektion wirkten hingegen ein wenig futuristisch. Neben vielen Steinchen und Pailletten waren die Entwürfe dabei sehr figurbetont geschnitten.
Marc Jacobs setzte für Louis Vuitton auf vielfältige Schachbrettmuster in verschiedenen Farbkombinationen. Auch der Runway war in ein Karomuster gehüllt. Die Models fuhren über vier Rolltreppen hinab auf den Laufsteg. Zu Cocktailkleidern, Zweiteilern und Overalls wurden Haarbänder mit Schleifen getragen. Zudem sorgten Pailletten für einen schillernden Effekt.
Valentino
Alexander McQueen
Louis Vuitton
Fotos: Balmain, Lanvin, Nina Ricci, Dior, Maison Martin Margiela, Yohji Yamamoto, Voktor & Rolf, Vivienne Westwood, Jean Paul Gaultier, Kenzo, Hermès, Stella McCartney, Chloé, Saint Laurent, Chanel, Valentino, Alexander McQueen, Louis Vuitton







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