Rien ne va plus: Der Versender aus Frankfurt verabschiedet sich aus dem Netz – mit heiteren Worten und einem Rückblick auf 62 Jahre Versandhausgeschichte. Für die Marke und die Mitarbeiter geht es aber weiter... irgendwie... bestimmt.

Digitaler Abschiedsbrief: Neckermann sagt Good Bye

Seit Montag wird der insolvente Versender Neckermann auf Anordnung des Amtsgerichts Frankfurt abgewickelt. Auf der Homepage verabschiedet sich das Traditionshaus aus Frankfurt mit einigen lockeren rückblickenden Worten „Das Radio, der Fernseher, die Waschmaschine, das Moped (das auch?), die Schweinehälfte (da hab ich was verpasst?) – für alle. Neckermann hat es möglich gemacht” Gleichzeitig nimmt er die (Fast)-Insolvenzen der letzten Jahre auf die Schippe – „na und“. Hier wird ein Unternehmen mit einem Grinsen zu Grabe getragen. Der Kunde surft doch eh zur nächsten Seite weiter. Bestellte Ware soll noch im Oktober ausgeliefert werden, sogar Rückgaben sind möglich. Neckermann gibt sich im Anbetracht der desolaten Lage noch großzügig.

Reste-Essen in Frankfurt

Die Stadt Frankfurt und die Agentur für Arbeit haben sich bereit erklärt, für die ehemaligen Neckermann-Beschäftigten gemeinsame Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen anzubieten. Einige ehemalige Angestellte haben bereits Zusagen von den in der Region ansässigen Logistikunternehmen. Michale Frege, Insolvenzverwalter, geht sogar davon aus, dass die Chancen gut stehen, dass der Name Neckermann überlebt. Es soll demnächst ein Bieterverfahren für die Markenrechte, die Domains und die Kundendaten geben.