Offiziell geht's doch gut! Laut Umsatzsteuerstatistik hat der „stationäre Facheinzelhandel mit vorwiegend Bekleidung“ im vorletzten Jahr ein Umsatzplus von 3,3 Prozent erreicht. Fast alle Branchenpanels hatten eigentlich ein Minus ausgegeben.

Offiziell lief es für den deutschen Modehandel in 2013 gar nicht mal so schlecht

Der Mode-Fachhandel ist in Bewegung. Es kommt zu gravierenden Verschiebungen: Obwohl die Zahl der Bekleidungsgeschäfte im vorletzten Jahr um 1.081 (-5.1%) auf 19.921 Unternehmen sank und der mittelständische Modehandel stöhnte, gibt die Umsatzsteuerstatistik des Statistischen Bundesamtesfür 2013 doch ein sattes Plus von 3,3%  aus. Insgesamt hat der Modehandel damit deutlich besser abgeschnitten als zu erwarten war, denn alle dem BTE bekannten Umfragen im mittelständischen Modehandel hatten ein Minus ausgewiesen. Der TW-Testclub kam auf -2% und selbst die amtliche Umsatzzahl des Statistischen Bundesamtes, die auf Basis einer repräsentativen und gewichteten 5-Prozent-Stichprobe errechnet wird, lag für 2013 lediglich bei einem Plus von 1,6%. Im Bereich Haustextilien (Betten, Handarbeit, Meterware) fiel die Entwicklung sogar noch positiver aus: Statt mickrigen 0,7% aus der amtlichen Stichprobe lag das Plus bei 9%, was allerdings daran lag, das viele neue Geschäfte im DIY-Nähbereich eröffneten.

Die Diskrepanz der verschiedenen Erhebungen lässt sich nicht einfach diagnostizieren, betonte der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE). Er sieht einen Grund darin, dass im deutschen Markt mehr und mehr expansive (ausländische?) Unternehmen vertreten sind, die in der amtlichen Stichprobe fehlten. Die Umsatzsteuerstatistik ist nämlich die einzige Erhebung, die im Rahmen einer Vollerhebung sämtliche Umsätze im Einzelhandel erfasst, so auch im stationären Bekleidungsfachhandel (Unternehmen, die mehr als die Hälfte ihres Umsatzes mit Bekleidung erzielen). Ähnliche Abweichungen gab es im Übrigen auch im Schuheinzelhandel, der laut Umsatzsteuerstatistik ein ebenfalls deutlich höheres Umsatzplus auswies als ursprünglich angenommen. Lediglich im Lederwarenhandel lag die Umsatzentwicklung in 2013 im Minus und damit unter den bisher veröffentlichten Werten.

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