Millionenhilfe für entlassene Karstadt-Mitarbeiter
Unzufriedene Gewinner: Die Gewerkschaft ver.di hat mit der Essener Warenhausgruppe einen Tarifsozialplan unterzeichnet. Ein Fond in Millionenhöhe soll soziale Härten für die Entlassenen abfedern. Ver.di steht dem Sparkurs nach wie vor sehr skeptisch gegenüber.
Karstadt und ver.di haben sich über einen Tarifsozialplan verständigt. Der ergänzt die Sozialplanregelungen, die der Gesamtbetriebsrat im Februar mit Karstadt vereinbart hatte, und sieht u.a. die Einrichtung eines Fonds mit 2,5 Mio. Euro vor.
Hieraus sollen die gekündigten und zu kündigenden Beschäftigten, die in den nächsten Monat in eine Transfergesellschaft wechseln, einen Betrag von 2.300 Euro erhalten, um soziale Härten anzufedern. Die Beschäftigten der sechs schließenden Filialen – die Warenhäuser in Hamburg-Billstedt und Stuttgart, die K-Town-Filialen in Köln und Göttingen sowie die Schnäppchenmärkte in Paderborn und Frankfurt/Oder – bekommen rückwirkend für ein Jahr die Folgen aus dem Ausstieg aus der Tarifbindung finanziell kompensiert. Insgesamt sollen rund 2.400 Arbeitsplätze abgebaut werden. Laut Gewerkschaft wurden bereits 900 Kündigungen erteilt, weitere Stellen wurden sozialverträglich abgebaut. „Mit diesem Tarifsozialplan wollen wir die Kolleginnen und Kollegen unterstützen, die ihre Kündigung erhalten haben. Wir wissen, dass wir die Folgen der Erwerbslosigkeit nicht vollständig abfedern können. Der Tarifsozialplan kann aber zumindest einen Teil der entstehenden Härten abmildern“, sagte Arno Peukes, ver.di-Verhandlungsführer für Karstadt.
Die Kritik bleibt
Gleichzeitig ließ Peukes durchklingen, dass er nicht viel von Karstadt Sparprogramm hält: „Wir wollen, dass Karstadt zu einem erfolgreichen Zukunftswarenhaus wird. Die Entscheidung der Arbeitgeber, insgesamt 2.400 Stellen zu streichen, steht dazu im Widerspruch und ist nicht der richtige Weg“ – schließlich kann gute Beratung und bester Service nur mit ausreichend und motiviertem Verkaufspersonal geleistet werden. Aus diesem Grund fordert ver.di für die kommenden Verhandlungen eine Standortsicherung für alle Karstadt-Häuser sowie eine tarifliche Regelung zur Beschäftigtensicherung für alle verbleibenden Beschäftigten.
Foto: via flickr / © Thomas Kohler








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