Levi’s und H&M verbannen Sandstrahlen
Um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schützen, verbieten sich der Jeanshersteller und die schwedische Modekette den Einkauf sandgestrahlter Produkte. Damit wollen die beiden Konzerne andere Fashionunternehmen ermutigen, ebenfalls auf die gefährliche Technik zu verzichten.
H&M macht der schwedischen Tradition, die Bedürfnisse ihrer Arbeiter hochanzusetzen, alle Ehre: Nach Aufmöbelung der Altersbezüge, werden jetzt die Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen hochgeschraubt. Auch der amerikanische Jeanshersteller Levi’s verbietet künftig, Sandstrahlung bei ihren Produkten einzusetzen.
Das Sandstrahlen ist eine Finishing-Technik, die für einen abgenutzten Vintage-Look bei Jeans und anderer Kleidung sorgen soll. Grundsätzlich müssen hierbei besondere Schutzmaßnahmen eingehalten werden, um die Arbeiter vor möglichen Explosionen durch das kristalline Siliziumdioxid, das im Sand enthalten, zu schützen. Sehr oft werden diese Sicherheitsstandards bei Lieferanten aber nicht eingehalten. Daher entschlossen sich beide Unternehmen gänzlich auf diese Methoden zu verzichten.
„Bei Levi Strauss & Co. haben wir strenge Sicherheitsrichtlinien für Standstrahlen in unserer Supply-Chain implementiert. Wir haben uns aber entschieden, dass es am besten ist, ganz und branchenumfassend auf die Sandstrahlen zu verzichten, um sicherzustellen, dass Arbeiter in den Fabriken, die dem Risiko durch Siliziumdioxid ausgesetzt sind, nicht gefährdet werden“, erklärte David Love, Senior Vice President und Chief Supply Chain Officer bei Levi’s. „Die Überwachung der Sandstrahlen-Praxis gehört zu unseren internen Audit-Programmen dazu – aber es ist schwierig, dies auch bei Lieferanten und deren Subunternehmern sicherzustellen“, begründet Karl Gunnar Fagerlin, Produktionsleiter bei H&M die Entscheidung, und lässt damit offen im Raum stehen, dass es auch anderen Unternehmen schwer fallen dürfte, die Sicherheitsstandards einzuhalten. Levi’s und H&M fordern daher mit ihrem öffentlichkeitswirksamen Verzicht andere Unternehmen dazu auf, ebenfalls auf die Praxis zu verzichten.
Ab sofort wollen Levi’s und H&M keinen neuen Ordern für sandgestrahlte Produkte abgeben. Bis Ende dieses Jahres soll die Technik nicht mehr in der Produktion oder Weiterverarbeitung genutzt werden. Das Verbot erstreckt sich auf alle Sandstrahltechniken, bei denen bspw. auch Aluminiumoxid, Aluminium-Silikat, Siliciumcarbid, Kupferschlacke und Granat eingesetzt wird.
Foto: via flickr





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