Am Ende zählte doch nur das Geld , und das war nicht da. Heute wurde das Konkursverfahren über die österreichische Modekette eröffnet. Damit hat der langatmige Überlebenskampf nun erst mal ein Ende.

Über die 30 Don Gil Filialen wurde das Konkursverfahren eröffnet

Die Wiener Modekette Don Gil Textilhandel GmbH muss sich geschlagen geben. Am 25. Oktober wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Handelshauses eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Günther Hödl bestellt, der nun die Chancen und Risiken einer Unternehmensfortführung prüft. Bereits Ende September wurde durch einen Gläubiger ein Insolvenzantrag beim Handelsgericht Wien eingereicht.

Das es soweit kommen musste, war eigentlich abzusehen. Die hinter Don Gil stehende italienische Eigentümerin Fashion Network SpA befindet sich selbst im Insolvenzverfahren und war kurzfristig weder in der Lage Geld in die Modekette zu schießen, noch die Anteile an einen solventen Investor zu verkaufen. Geld wäre aber dringend notwendig gewesen, denn bis zuletzt hoffte Don Gil auf eine Kapitalspritze des ebenfalls insolventen Mutterkonzerns Mariella Burani Fashion Group (MBFG), die allerdings nie kam. Don Gil hatte in den vergangenen Jahren Schulden von mehr als 28 Mio. Euro angehäuft. Aktuell leere Regale in den Filialen bezeugten den Untergang des Unternehmens, das am Ende nicht mehr in der Lage war, die georderten Winterkollektionen zu bezahlen.

Nun hofft das Unternehmen darauf, einen Investor zu finden: Im Gespräch sind dabei bereits mehrere Interessenten, darunter der Einzelhandels- und Immobilien-Unternehmer Jamal Al-Wazzan, der schon die Modekette Schöps übernommen hatte und auch Interesse an einigen Stiefelkönig-Filialen gezeigt hatte.