Kopenhagener Messen: Weiter auf der Suche
Die Zeiten haben sich geändert, die Branche auch – das müssen auch Dänemarks Messen erfahren. Angesichts des Paradigmenwechsels zeigen sich CIFF, Vision und die Gallery mit ihren letzten Ausgaben dennoch zufrieden. Beim Terminplan gibt es allerdings noch Verbesserungspotential.
Die CIFF rückt im Sommer terminlich nach vorne
Die Gallery war zufrieden mit ihrer Ausgabe und profitierte davon, einen Tag vor der CIFF geöffnet zu haben
Die Vision profiliert sich immer stärker im Contemporary Womens-Segment
Vergangene Woche war nicht nur viel in Düsseldorf los, sondern auch in der dänischen Hauptstadt. Insgesamt gab es in Kopenhagen über 2.000 Brands und Labels zu sehen. Nahtlos anschließend an Paris, eröffneten am Mittwoch die beiden Messen Gallery und VISION. Der frühere Termin kam einigen Ausstellern entgegen, denn dadurch wurde der Terminplan deutlich entzerrt. Auch am Donnerstag als auch die CIFF und damit die drei großen Kopenhagener Messen parallel geöffnet hatten, war die Frequenz gut und die Stimmung positiv. Die Gallery lockte neben den 320 skandinavischen Premium-Brands mit einem exklusiven Preview-Event, auf dem 50 ausgesuchte skandinavische Top-Labels in der alten Börse eine feine Kollektionsauswahl vor ausgewählten Buyern und internationaler Presse präsentierten. „Ein schöner Ort und interessante Brands. Es ist gut, dass wir mit ihnen ungestört sprechen können“, sagt Darja vom Banja Concept Store aus St. Petersburg. Ähnlich sieht es auch Sofie vom nachhaltigen Label Pelechecoco, die Kontakt zu einigen italienischen und deutschen Händlern bekam.
Kein Vergleich mit früher
Die Vision mit rund 400 Brands zeigte sich mit ihrer Ausgabe in der Lokomotivværkstedet ebenfalls zufrieden. Der verstärkte Fokus auf Contemporary Womenswear zahlte sich aus. „Während die CIFF für das Volumensegment steht und die Gallery einen Mix von bekannten, eher sportiv orientierten Brands bietet, steht die Vision für internationale und nordische Womenswear-Brands und neue junge Designer. Es ist der Ort, um inspiriert zu werden, neue Trends entdeckt werden – deshalb heißt es ja auch Vision und daran werden wir weiter arbeiten“, so die Sprecherin Trine Fruergaard. „Kopenhagen ist nicht mehr so stark besucht wie früher. Wir erwarten auch nicht, dass wir das Vorkrisenniveau erreichen. Das hier ist das ‚New Normal’. Heute haben wir eine neue Agenda, die Spreu trennt sich vom Weizen und man findet hier nur die stärksten Konzepte“, so Vision-Gründer Jan Carlsen, der den zahlenmäßigen Vergleich mit Vorjahresausgaben satt ist. Wichtig sei doch, dass die Qualität stimmt: Viele Aussteller bestätigten, dass der nordeuropäische Raum stark vertreten war, aber auch viele Besucher aus Korea, Japan, Russland, UK, Deutschland und China vor Ort waren. Auffällig war auch, dass die großen eTailer wie Zalando, Asos und Boozt sehr umtriebig waren. „Wir stellen überall auf der Welt aus, aber es gibt wenige Orte, die an die Atmosphäre der Lokomotivværkstedet heranreichen. Wir sind immer wieder überrascht, wie viele bekannte Besucher hier sind – Kunden, die wir selten auf anderen Messen sehen. Aus diesem Grund ist Kopenhagen sehr wichtig für unser Geschäft“, so Emma Delieu from Nigel & Preston. In Champagnerlaune war man am Stand von „We love Jeans“, wo ein Neukunde mit mehr als 100 Standorten akquiriert werden konnte.
Terminoptimierungen
Auch bei der CIFF sah man den späteren Start in die Messewoche als gut an. Die Aussteller konnten sich jedenfalls nicht über zu wenig Frequenz beschweren. Der traditionell starke Sonntag, den vor allem kleinere Händler nutzen, weil ihre Läden dann geschlossen sind, war ebenfalls gut besucht. Gut angenommen wurde die Erweiterung der Avantgarde-Area „Crystal Hall“, in der progressive skandinavische Designer ausstellten.
Im Sommer allerdings will die CIFF terminlicher Vorreiter statt Nachzügler sein: Während die Gallery vom 6. bis 8. August stattfinden wird, rücken die CIFF und die Vision bereits auf den Sonntag, den 3. August vor.
Fotos: Gallery, Vision, CIFF









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