Der rot-weiße Textil-Discounter litt im letzten Jahr unter dem Wetter und Negativschlagzeilen. Trotzdem gelang es dem Unternehmen, ein Umsatzplus von 3,5 Prozent zu erreichen.

Dunkelgrauer Fußboden und rote Ramschtische sollen bald der Vergangenheit angehören

KiK hat im Geschäftsjahr 2012 über 1,75 Mrd. Euro umgesetzt. Der Textil-Discounter aus Bönen hat damit ein Umsatzplus von 3,5% gegenüber dem Vorjahr erreicht. Zwar teilte die hinter KiK stehende Tengelmann-Gruppe mit, dass der Händler unter dem zu kühlen Sommer und einem zu warmen Herbst/Winterbeginn gelitten hätte, was den Verkauf von Saisonware erschwerte, dennoch fiel das Umsatzplus fast doppelt so hoch aus wie in den Jahren zuvor. Das Wachstum ist also maßgeblich auch dem Expansionskurs des Unternehmens geschuldet. Im letzten Jahr wagte KiK den Markteintritt nach Polen. Damit ist das Unternehmen außer in Deutschland in sieben anderen europäischen Märkten (Österreich, Tschechien, Slowenien, Ungarn, Slowakei, Kroatien und Polen) aktiv. Europaweit gibt es mittlerweile 3.249 Filialen. Seit März diesen Jahres ist KiK auch mit einem Onlineshop aktiv.

Das Wachstum wird aber nicht als selbstverständlich hingenommen. Der Textil-Discounter weiß, dass er attraktiver werden muss. Seit einigen Jahren arbeitet Geschäftsführer Dr. Michael Arretz an einem besseren Image – und hat allerhand zu tun. Schließlich wurde das Unternehmen in letzten Zeit immer in Zusammenhang mit den Fabrikunglücken in Pakistan und Bangladesch genannt. Ein zweiter Nachhaltigkeitsbericht sowie der Beitritt zur internationalen Allianz für Feuer- und Gebäudesicherheit sollen das Bild in der Öffentlichkeit nachhaltig verbessern und zeigen, dass sich der Discounter seiner sozialen Verantwortung bewusst ist.

Gleichzeitig begann man in 2012 mit der Umstellung auf das neue Konzept „KiK 17“, damit mit hellen Böden, Wareninseln, neuem Lichtkonzept und silbergrauen Präsentationsflächen für mehr Einkaufsatmosphäre sorgen sollen. Nach und nach sollen alle Märkte darauf umgestellt werden. „Der große Zuspruch, den wir durch unsere Kunden in den umgestellten Läden erfahren, zeigt uns, dass modernes Ladendesign und niedrige Preise kein Widerspruch sind!“, so Karl-Erivan Haub, geschäftsführender Gesellschafter der Tengelmann-Gruppe.

Neben KiK ist die Tengelmann Gruppe auch in andere Unternehmen aus den Bereichen Handel, eCommerce, Dienstleistungen und Logistik investiert. Der ebenfalls zur Gruppe gehörende Webshop Baby-Markt.de konnte bspw. ein Wachstum von 50% verbuchen. Insgesamt stiegen die Erlöse der Tengelmann-Gruppe um 2,9% auf 11,08 Mrd. Euro.