Anfang vom Ende? Der schwäbische Womenswear-Anbieter steht erneut (oder immer noch) vor dem Abgrund. Die im letzten Frühjahr eingeleitete Sanierung in Eigenverwaltung ist gescheitert. Jetzt droht die Abwicklung.

Für die Herbst/Winterkollektion liegen bereits Orders in Millionenhöhe vor

Für die Herbst/Winterkollektion liegen bereits Orders in Millionenhöhe vor

Gut ein Jahr hatte Geschäftsführer Frank Gouder versucht, dass angeschlagenen Böblinger Modeunternehmen Passport zu retten. Doch nun gehe das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung per 1. Mai 2016 in ein Regelinsolvenzverfahren über, das teilte die Kanzlei Schultze & Braun, deren Anwalt Dr. Dietmar Haffa zum Insolvenzverwalter bestellt wurde, letzte Woche mit.

Gouder und Sanierungsgeschäftsführer Tobias Wahl hatten in den letzten Monaten versucht, Passport aus eigener Kraft neu und profitabel aufzustellen und gleichzeitig einen Investor zu finden. Zu den ergriffenen Maßnahmen gehörten u.a. Reduzierungen der Mitarbeiterzahl von 70 auf 40, verkleinerte Geschäftsräume und mehr Konzentration in den Kollektionen. Die Übernahme durch eine Investorengruppe um Frank Gouder scheiterte zuletzt an der Finanzierung, da „keine ausreichende Working Capital Linie“ zur Verfügung gestanden hatte. Andere potentielle Investoren waren früher im Laufe des Sanierungsverfahrens abgesprungen.

Der Geschäftsbetrieb von Passport soll zunächst wie bisher weiterlaufen, d.h. die fertiggestellte Frühjahrskollektion wird pünktlich ausgeliefert. Für die Herbst/Winterkollektion, für die bereits „Orders in Höhe mehrerer Millionen Euro vorliegen“, soll ein Käufer gesucht werden. Der kann auch die Marke Passport erwerben.

Passport war im letzten Jahr in die finanzielle Schieflage geraten, da aufgrund der Ukrainekrise und der Rubelschwäche der russische Markt, eine wichtige Exportregion für Passport, eingebrochen war.