Weniger als Null! Das Modeunternehmen aus Bremen hat einen Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind rund tausend Mitarbeiter am Standort und in den Filialen.

Gravierende Veränderungen in der Modebranche brachten zero in die finanzielle Schieflage

Es ist nicht die erste, und bestimmt auch nicht die letzte Insolvenzmeldung aus der Branche – doch zeigt sie erneut, in welchen Zustand sich der deutsche Modehandel befindet. Frequenzverlust und zunehmender Wettbewerb durch Onlinehandel und internationale Formate und Fashion-Discounter bringen deutsche Modeunternehmen, die bislang das frührer florierende mittlere Preissegment dominierten, zunehmend in die Bredouille. Das spürte auch die Bremer Modegruppe zero, die bereits den Jahresabschluss 2014 mit über 102 Mio. Euro Umsatz und einem Verlust von knapp 2 Mio. Euro als „nicht zufriedenstellend“ bezeichnete.

Am Freitag stellte die Bremer Unternehmensgruppe Anträge zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für verschiedene Tochterfirmen, mit Ausnahme der Gesellschaften in Österreich und der Schweiz. „Wir haben verschiedene Ansätze vorangetrieben, um die Firmengruppe in einem schwierigen Branchenumfeld neu auszurichten, wie etwa die Marke zero mit einem neuen, design-orientierten Store-Konzept zu stärken. Zudem wurde der Online-Shop neu aufgebaut. Die eingeleiteten Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um die hohen Belastungen durch Umsatzrückgänge sowie ungünstige Kostenstrukturen, u.a. durch langjährige Mietverträge, zu kompensieren. Nach einem erneut negativen Geschäftsergebnis im Jahr 2015 und einem schwachen Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2016 mussten wir aber letztlich erkennen, dass wir nicht mehr in der Lage sind, die nötigen Mittel zur umfangreichen Sicherung der Gruppe aufzubringen“, erklärte Reinhard Fischer, geschäftsführender Gesellschafter der zero-Gruppe.

Zu den vorläufigen Insolvenzverwaltern wurden Dr. Malte Köster von der Kanzlei Willmerköster für die Retail- und Franchise-Einheiten und Tim Beyer von der Kanzlei Schultze & Braun für die Logistik- und Beschaffungseinheiten bestellt. Insgesamt sind rund 1.000 Mitarbeiter von dem Verfahren betroffen, rund 800 in den 100 zero-Shops und den 290 Shop-in-Shops, und 200 bei den Logistik- und Beschaffungsgesellschaften.

„Bis auf weiteres“ soll der laufende Geschäftsbetrieb fortgeführt werden, die Löhne und Gehälter sind bis Ende Mai gesichert. Parallel führen die Insolvenzverwalter Gespräche mit Lieferanten und Handelskunden, um Zukunftsperspektiven zu erörtern. Fischer verbindet mit dem Insolvenzverfahren „die Hoffnung auf einen Neuanfang“.

Foto: zero