Der Textildiscounter wagt sich mit dem neuen CEO Patrick Zahn wieder in die Offensive. Der plant in den nächsten fünf Jahren über 1.500 neue Filialen zu eröffnen und erwägt sogar die Expansion in die USA.

Im Eröffnungsmodus: In den nächsten Jahren soll es 1.500 neue KiK-Filialen geben

Im Eröffnungsmodus: In den nächsten Jahren soll es 1.500 neue KiK-Filialen geben

Nachdem KiK in den letzten Jahren eher in der Defensive arbeitete und auf die Verbesserung der Produktionsbedingungen in Fernost, die Zufriedenheit der Verkaufsmitarbeiter, die Verbannung der Plastiktüten und schönere Filialen konzentrierte, schlägt der im letzten Herbst ernannte neue Geschäftsführer Patrick Zahn ein neues Tempo an. Vergangenen Dienstag stellte sich der Manager der Öffentlichkeit und erklärte, dass er unter anderem plane, das Filialnetzwerk bis 2020 von derzeit 3.360 auf 5.000 auszubauen. Für die Expansion sei dabei auch im Kernmarkt Deutschland noch genug Raum: Pro Jahr könnten 30 bis 40 neue Filialen eröffnen, insbesondere in Großstädten, wo KiK noch unterrepräsentiert ist. Durchaus Potential sieht Zahn auch in Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien, wo der Textildiscounter bislang noch nicht aktiv ist. KiK hatte seine Expansionsbemühungen in den letzten Jahren eher auf Ost- und Nordeuropa ausgerichtet und ist aktuell in neun europäischen Auslandsmärkten aktiv. Erklärtes Ziel von Patrick Zahn ist es, mit KiK-Produkten „in jedem europäischen Kleiderschrank“ präsent zu sein. Langfristig schließt Zahn auch die Expansion in die USA nicht aus.

Aktuell richtet der Manager sein Augenmerk allerdings stark auf den Onlinehandel, den er deutlich ausbauen will. Aktuell erzielt der Textildiscounter aus Bönen rund 2% seiner Umsätze im Netz, mittel- bis langfristig sollen es 20% werden. Dieses Wachstum soll erreicht werden, in dem Online- und Stationärgeschäft stärker miteinander verbunden werden, und Retouren bspw. direkt in der Filiale abgewickelt werden.

Weiter erklärte Zahn, dass es bei KiK über kurz oder lang Preiserhöhungen geben werde. Der schwache Euro belastet den Einkauf in Fernost, der in der Regel in Dollar abgewickelt werde. KiK versuche zwar, die erhöhten Beschaffungskosten durch effizientere Prozesse in der Logistik aufzufangen, aber dies allein wird nicht reichen, um die Preise stabil zu halten. Um beim Kunden dennoch weiter an Attraktivität zu gewinnen, plant KiK sein Sortiment weiter auszubauen: Im Modebereich etwa mit Plus-Size-Größen und im Non-Food-Bereich mit einem breiteren Sortiment an Spielzeug, Deko- und Haushaltswaren.

KiK hat laut eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2014 einen Nettoumsatz von 1,68 Mrd. Euro erwirtschaftet. Laut Zahn soll es in 2015 eine erneute Steigerung gegeben haben, wobei konkrete Zahlen erst später mitgeteilt werden.