Erfolgreiches Grey-Washing! Der Textildiscounter aus Bönen kann mit seinen knapp 3.300 Filialen erstmals die Brutto-Umsatzmarke von 2 Mrd. Euro durchbrechen. Ursächlich dafür ist auch der neue Look der Filialen.

KiK kann seine Umsätze um 7,5 Prozent steigern

KiK kann seine Umsätze um 7,5 Prozent steigern

Modernisierte KiK-Filialen: Vom Ramsch-Laden zum Einkaufserlebnis, ein bisschen zumindest

Modernisierte KiK-Filialen: Vom Ramsch-Laden zum Einkaufserlebnis, ein bisschen zumindest

Der Textildiscounter KiK gehört zu den Gewinnern der aktuellen Krise im Handel. Während viele stationäre Händler über Frequenzschwäche, schlechtes Wetter und Konsumzurückhaltung klagen, konnte der Händler aus Bönen seine Umsätze in 2014 währungsbereinigt um 7,5% auf 1,68 Mrd. Euro steigern. Damit knackte das Unternehmen „zum ersten Mal in seiner 20-jährigen Unternehmensgeschichte die Brutto-Umsatzmarke von 2 Mrd. Euro“, so Karl-Erivan W. Haub, Geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann, die hinter KiK steht. Grund für das Wachstum war sicher der weiter anhaltenden Expansionskurs des Unternehmens: In 2014 wurden netto 39 neue Filialen eröffnet – und die hauptsächlich in Osteuropa. In neun europäischen Ländern ist KiK mit 3.294 Filialen präsent. Während in Deutschland die Zahl der Läden von 2.554 auf 2.531 sank, wurde die Präsenz in Polen mit nunmehr 70 Standorten binnen eines Jahres fast verdoppelt. Geschadet hat der Move nach Osten nichts, denn pro Markt wird durchschnittlich deutlich mehr umgesetzt als in 2013. Knapp ein Viertel des Umsatzes wird mittlerweile außerhalb von Deutschland erzielt.

Grey-Washing: Dezentes Grau ersetzt markt-schreierisches Rot

Das kann neben dem „vorteilhaften Saisonverlauf“ auch am neuen silber-grauen Filialdesign liegen, das mittlerweile bei rund der Hälfte der aller Märkte umgesetzt wurde. Mit Wareninseln, Präsentationstischen und optischen Sortimentstrennungen sollte eine einladendere Einkaufsatmosphäre geschaffen werden. „KiK hat die Neuausrichtung des Unternehmens hin zum preiswerten textilen Nahversorger geschafft“, erklärt Haub. Die Image-Offensive wirkt, und auch sonst ist KiK bemüht, entstandenen Schaden in Fernost – so gut es geht – zu kompensieren, um nicht als Buhmann dazustehen.

Mission „Vom Saulus zum Paulus“ (fast) erfüllt – und das bei verbesserter Performance. Touché – das werden einige Wettbewerber neidvoll eingestehen müssen.