Karstadt gibt sich expansiv
Zukauf statt Ausverkauf: Andrew Jennings, der Chef der Warenhauskette, will den einst angeschlagenen Konzern nicht nur sanieren und modernisieren, sondern auch vergrößern. Selbst eine Expansion ins Ausland schließt er nicht aus.
Jennings über eine Karstadt-Filiale: „Wow – war für ein Potential und was für eine große Herausforderung“
Im Oktober letzten Jahres hatte der Investor Nicolas Berggruen den Zuschlag für die insolvente Warenhauskette Karstadt erhalten. Die damalige Übernahme zog sich hin, weil sich das Highstreet-Konsortium, Eigentümer der meisten der Karstadt-Immobilien, nicht über Mietnachlässe mit dem potentiellen Neueigentümer einigen konnten. Bereits in der Insolvenz wurden einige Häuser geschlossen oder verkauft.
Nicht weniger, sondern mehr Häuser
Nun, nicht mal ein Jahr nach der Übernahme, scheinen diese Probleme der Vergangenheit anzugehören. Wie der seit Jahresbeginn amtierende CEO Andrew R. Jennings verlauten ließ, sollder Essener Kaufhauskonzern auf Expansionskurs gehen. Man sei bereits „auf der Suche nach geeigneten Häusern“. Jennings will primär das Geschäft der Premium- und Sporthäuser ankurbeln, die als zwei separate Einheiten neben den 86 regulären Warenhäusern betrieben werden.
Jennings erklärte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, dass in den nächsten drei bis vier Jahren allein bis zu zehn Neueröffnungen für die Sporthaus-Sparte, die aktuell aus 26 Häusern besteht, geplant seien. Auch für die drei Karstadt-Premiumhäuser (KaDeWe, Oberpollinger und Alsterhaus) sieht er viel Potential – eine Expansion in Ausland schließt er nicht aus. Schließungen plant er zunächst keine.
Entwicklung zum Multichannel-Händler
Sonst basiert Jennings bereits intern vorgestellte Strategie „Karstadt 2015“ auf vier Schlüsselkomponenten: Modernisierung, Differenzierung, Schärfung des Profils und Vereinfachung des Geschäftsmodells. Das bedeutet konkret insbesondere auch eine stärkere Ausrichtung an den Bedürfnissen der Kunden. Dafür sollen die Prozesse vereinfacht und verschlankt werden, damit sich die Mitarbeiter wieder um den Kunden kümmern könnten. Überdies soll der Multichannel-Ansatz stärker als bisher verfolgt werden. Jennings plant das Internetgeschäft deutlich auszubauen. Nach seinen Plänen soll der eCommerce-Anteil in einigen Jahren rund 8 bis 10% des Gesamtumsatzes ausmachen.
Modernisierung der Filialen
Ein wichtiger Meilenstein in der Neuausrichtung von Karstadt ist auch die Renovierung und Modernisierung der Filialen. Bis Ende September dieses Jahres sollen bereits 22 Filialen im neuen Glanz erstrahlen, bis 2015 sollen rund 60 Filialen erneuert werden. Rund 400 Mio. Euro hat Jennings veranschlagt, um etwas in die Jahre gekommene Filialen „wieder zum Leben zu erwecken“.
Foto: Arcandor






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