Karstadt kann die Korken knallen lassen
Bundesweites Aufatmen: Das Insolvenzverfahren um den Warenhauskonzern ist aufgehoben und der Insolvenzplan rechtskräftig. Nicolas Berggruen kann jetzt den Investitionsgeldhahn aufdrehen, um Karstadt wieder flott zu machen. Insolvenzverwalter Görg verabschiedet sich nach knapp 500 Tagen und bedankt sich bei den 25.000 Mitarbeitern für ihr Durchhaltevermögen.
Seit gestern Abend ist es amtlich: Karstadt ist gerettet und kann in den zweiten Lebensabschnitt mit Investor Nicolas Berggruen starten. Das Amtsgericht Essen hat gestern das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Karstadt Warenhaus GmbH aufgehoben und den Insolvenzplan abgesegnet. Rolf Weidmann, Partner der Sozietät GÖRG in der Niederlassung Essen, wurden vom Insolvenzgericht zum Sachwalter bestellt. Weidmann soll überwachen, dass der Insolvenzplan erfüllt und umgesetzt wird.
„Damit ist der Weg für Karstadt frei, es unter Führung der Mannschaft von Nicolas Berggruen und mit neuem Schwung, neuen Ideen und neuem Geld allen zu zeigen, die die Existenzberechtigung Karstadts in Zweifel gezogen haben“, frohlockte der Insolvenzverwalter Dr. Klaus Hubert Görg nach der Verkündung. Görg verwies darauf, dass fast alle Beschäftigten bei Karstadt ihren Arbeitsplatz behalten konnten. Er und sein Team haben alles getan, um eine solide Ausgangsbasis zu schaffen, um ein „Erlebnis-Shopping á la Karstadt in den deutschen Städten zu ermöglichen“. Görg bedankte sich bei den 25.000 Karstadt-Mitarbeitern mit einem Brief: „Ihnen allen wünsche ich auch in Zukunft den notwendigen Biss und die nötige Ausdauer, die Sie in den vergangenen 15 Monaten in beeindruckend bewiesen haben. Respekt.“
Nun ist also Nicolas Berggruen der neue Herr im Warenhaus: Er will nun in den nächsten vier Jahren etwa 400 Mio. Euro in die Warenhauskette investieren. Die Verkaufsflächen sollen moderner gestaltet werden, die margenträchtigen Bereiche Mode, Sport, Uhren, Schmuck und Heimbedarf sollen ausgebaut werden. Das Feld Bücher und Unterhaltungselektronik soll eher den Spezialisten überlassen werden. Dieses Geld solle allerdings nicht von ihm aufgebracht werden, sondern aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet werden, verriet Sanierungsexperte und Geschäftsführer Thomas Fox der Warenhaus GmbH. Die von Berggruen überwiesenen 70 Mio. Euro dienen nur als Sicherheit für Lieferantenforderungen und sind nicht für das Investitionsprogramm vorgesehen.
Foto: via picapp/Getty Images/Patrik Stollarz








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