Das Amtsgericht Essen hat den Termin zur Entscheidung über den Insolvenzplan erwartungsgemäß verschoben. Es wären noch nicht alle Bedingungen erfüllt, teilte das Gericht als Begründung mit.

Der zwischen Mr. Berggruen und dem Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg geschlossene Kaufvertrag ist noch nicht endgültig wirksam, befand das Gericht, da dieser unter diversen Bedingungen wie der Einigung mit den Vermietern stünde. Berggruen und Görg vereinbarten danach eine neue notarielle Fristverlängerung, mit der die Bedingungen erst zum 8. August erfüllt sein müssen. Die Hängepartie des Karstadt-Konzerns kann sich damit noch um einige Wochen hinziehen.

Berggruen kann sein Karstadt-Schnäppchen wohl erst am 8. August mit nach Hause nehmen

Knackpunkt sind weiter die Verhandlungen um Mietverträge mit dem Konsortium Highstreet, dem mehr als die Hälfte der Karstadt-Immobilien gehören. In diesem Zusammenhang kam dann auch die Valovis Bank auf, die den Kauf einiger Häuser mitfinanziert hatte und nun eine vorzeitige Ablösung eines 850-Mio.-Euro-Kredites verlangt. Die Parteien treffen sich am 28. Juli in London.

Görg, der Insolvenzverwalter, geht zusammen mit dem Amtsgericht Essen davon aus, dass bis Anfang August, die ausstehenden Bedingungen erfüllt sein werden. „Nach den Erfahrungswerten der vergangenen Wochen und Monate lassen wir den Beteiligten nach der Versammlung am 28. Juli in London ausreichend Zeit, die Beschlüsse vertraglich umzusetzen und zu notifizieren“, beschwichtigt Görg die Öffentlichkeit. Gleichzeitig appelliert er an Berggruen und Highstreet, sich endlich zu einigen: „Der Gläubigerausschuss, der Investor Berggruen und die Insolvenzverwaltung sind sich einig, dass wir es Mitarbeitern, Lieferanten und selbstverständlich auch den Kunden schuldig sind, alle Chancen für den Vollzug des Kaufvertrags zu nutzen. Die Belegschaft von Karstadt leistet unter den erschwerten Bedingungen öffentlich geführter Debatten und Kampagnen Außerordentliches. Auch im Monat Juni liefen die Geschäfte besser als ursprünglich geplant – obwohl wir immer noch im Insolvenzverfahren sind“.

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