Berggruen wagt sich aus der Deckung: In einem Interview mit der FAZ beharrt er auf der Teilung in drei Sparten, verspricht bis Ende 2012 mehr Profitabilität und lehnt eine Kooperation mit dem Konkurrenten Kaufhof ab.

Karstadt Dreiteilung

Berggruen steht zur Dreiteilung der Karstadt-Bereiche

Vielleicht aufgrund der Medienberichte der letzten Wochen und der Forderungen der Gewerkschaft ver.di geht der immer noch recht frische Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen in die Offensive und gibt ein Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seine Botschaft ist einfach: Er steht zu Karstadt und will den Warenhaus-Konzern systematisch aufbauen und weiterentwickeln. Dabei sei es wichtig, Karstadt „Zeit und Ruhe“ zu geben. Sein in 2010 vorgelegtes Konzept, das die Dreiteilung des Konzerns in Luxushäuser, Sporthäuser und sonstige Warenhäuser vorsieht, bleibt dabei die Basis. Die Aufstellung in drei Säulen sei wichtig, damit sich diese Einheiten separat und unabhängig voneinander entfalten können.

Darüber hinaus zeigte sich der deutsch-amerikanische Investor zufrieden mit dem bisherigen Geschäftsverlauf. Man liege voll im Plan. Berggruen gab sich optimistisch, dass es bis Ablauf des Sanierungstarifvertrags im Herbst 2012 gelingen wird, den Konzern deutlich profitabler zu machen. Er sei auch bereit mehr Geld in das Unternehmen zu investieren, wenn „mehr benötigt wird und sinnvoll ist“ und reagiert damit auf die Forderung der ver.di-Vize-Chefin Möning-Raane, die sich von ihm mehr finanzielles Engagement gewünscht hatte. Darüber hinaus kündigte er an, dass der seit vier Monaten amtierende Karstadt-CEO Andrew Jennings an einem Zukunftsplan arbeite, der in spätestens zwei Monaten umgesetzt werden soll.

Auch die immer wieder in Rede stehende Kooperation oder Zusammenlegung von Karstadt und Kaufhof erteilt er eine Absage. Nach eigenen Worten müsse erst einmal Karstadt in Ordnung gebracht werden.