Erholung auf dem Baumwollmarkt: Der zweitgrößte Baumwollexporteur der Welt hebt seine Restriktionen für den Export des „weißen Gold“ für die nächsten zwei Monate auf. Die hiesigen Baumwollvorräte sind höher als erwartet.

Gepflügte Baumwolle

Die Preisralley um das weiße Gold entspannt sich und Indien hebt Exportbeschränkungen auf

Die indische Regierung hat am Sonntag die Restriktionen für Baumwollexporte aufgehoben – die Aufhebung gilt allerdings nur für die laufende Saison, die im September endet. Seit dem 1. August  steht es den Exporteuren nun wieder frei zu bestimmen, wie viel Baumwolle sie exportieren wollen. Sie müssen die Menge lediglich bei der Generaldirektion für Außenhandel (DGFT) für den Export registrieren lassen.

Indien hatte im letzten Jahr eine Exportbeschränkung für Baumwolle ausgegeben, um die heimische Weber- und Spinnerindustrie vor Preissteigerungen zu schützen. Die Grenze lag ursprünglich bei 5,5 Mio. Ballen und wurde kürzlich auf 6,5 Mio. Ballen erhöht. Grund für die Lockerung der Restriktionen ist, dass Indien viel zu hohe Baumwollvorräte verfügt. Rund 5,25 Mio. Ballen sollen in indischen Speichern liegen. Die Verantwortlichen hatten nur Vorräte von 2,75 Mio. Ballen erwartet. Darüber hinaus hat sich die Preisralley um das sog. Weiße Gold in den letzten Wochen merklich entspannt, teilweise sollen die Preise für gute Qualitäten sogar um über 50% gesunken sein. Dazu kam die Aussage des indischen Cotton Advisory Boards (CAB), das die Prognosen für die diesjährige Baumwollernte merklich angehoben hat.

Es wird erwartet, dass die weltweite Baumwollproduktion in der Saison 2011/12 um 11% auf 27,4 Mio. Tonnen steigen wird. Alle Länder mit Ausnahme der USA würden stärkere Ernten erwarten. Damit dürften sich die Preise für Baumwolle auch langfristig wieder – wenn auch auf hohem Niveau – stabilisieren.