Indien macht die Grenzen dicht – zumindest für Baumwollballen. Am 15. Dezember ist die Frist für den Baumwollexport ausgelaufen. Bitter ist, dass nur ein Teil des zulässigen Gesamtkontingents verschifft wurde. Weitere Preiserhöhungen gelten als wahrscheinlich.

Baumwollballen

Indische Baumwollballen dürfen nicht mehr das Land verlassen

Indien hat am 15. Dezember den Export von Baumwolle gestoppt. Vor drei Monaten hatte die indische Regierung die Höchstmenge für die Ausfuhr auf 5,5 Mio. Ballen (935.000 Tonnen) begrenzt und Exporteuren eine 45-tägige Ausfuhrfrist bis zum 15. Dezember eingeräumt. In diesem Zeitraum wurde aber nur knapp die Hälfte des zulässigen Exportkontingents, laut Schätzungen nur 2,5 bis 3 Mio. Ballen, exportiert. Der große Andrang an den Häfen, Ernteausfälle und wetterbedingte Beeinträchtigungen verhinderten, dass die Höchstmenge verschifft werden konnte. Auch die Höchstmenge wurde nur zu 90% ausgeschöpft, da nur für Außerdem 5,02 Mio. Ballen Exportgenehmigungen erteilt wurden. Die indische Regierung lässt sich trotz Drängen nicht darauf ein, die Exportfrist zu verlängern, bis das Gesamtkontingent ausgeführt ist. Nur auf Basis gesicherter Daten will man über die noch nicht verschifften Liefermengen entscheiden. Da diese Daten erst im Januar des nächsten Jahres vorliegen werden, heißt das, dass man bis dahin abwarten muss.

„Der Ausfuhrstopp sorgt für einen erneuten Preisanstieg und schürt die Verunsicherung bei Abnehmern weltweit, ob die vertraglich vereinbarten Lieferungen überhaupt erfolgen können“, kommentiert Gesamtmasche Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H Ostrop, den Ausfuhrstopp.

Der Verband erwartet ein ähnliches Desaster bei der Ausfuhr von Baumwollgarnen. Auch hier hatte die Regierung eine Exportbeschränkung ausgegeben und den Exporteuren bis zum 15. Januar 2011 Zeit gegeben, registrierte Garne zu exportieren. Problematisch ist, dass dort vertraglich zugesagte Mengen erst gar nicht registriert werden konnten. Die indischen Garnexporteure verhandeln mit der Regierung um die Lockerung der Auflagen. Die Erfolgsaussichten sind gering: Nach den Schätzungen des indischen Textilverbandes CITI fällt die Baumwollernte rund 10% niedriger aus als erwartet, was dazu führen wird, dass die indische Regierung ihren rigiden Kurs weiter verfolgen wird.

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