Ein Sommer zwischen Hoffen und Bangen: Der Modehandel hofft in der Sommerferienzeit das Ruder doch noch rumzureißen, während Hersteller mit vorsichtigen Dispositionen bei den jetzt zu platzierenden Orders rechnen.

Belebte Einkaufsstraßen bei sommerlichem Wetter: Der Handel hofft, dass es so bleibt

Endlich scheint die Sonne – das wurde ja auch Zeit! Und der Modehandel kommt langsam aus seiner Kältestarre und hofft bei sommerlichen Temperaturen auf den steigenden Absatz von T-Shirts, Shorts und kurzen Röcken. Laut HDE legen viele Händler ihre Hoffnungen auf das Sommerferiengeschäft, auch wenn die Reduzierungen bereits seit längerem laufen.

Für den Handel beginnt nach Sichtung der modischen Trends auf den Berliner Messen nun die konkrete Orderphase. Da die beiden letzten Saisons aufgrund des Wetters (und anderer Gründe) eher schlecht gelaufen ist, werden die Verantwortlichen mit Dispositionen eher vorsichtig sein. Nachordermöglichkeiten statt Vorabverpflichtung dürften vielen genehm sein. „Die Stimmung hier in Berlin ist gut, aber letztlich zählt, was im Showroom geschrieben wird“, heißt es bei vielen Agenturen und Herstellern. Und die Erwartungen daran sind nicht besonders hoch. Der Handel zeigt zwar Interesse an Neuem und modischen Spitzen, aber die Erfahrung lehrt, dass dann in vielen Fällen doch konservativ geordert wird – Mainstream statt Avantgarde.

Der BTE rät seinen Mitgliedern dazu, trotz der angespannten Situation Mutz zu zeigen. Die Empfehlung an die Händler lautet, sein Markenportfolio genau auf Stärken und Schwächen hin zu analysieren und zu schauen, mit welchen Lieferanten man zusammen arbeitet. Grundsätzlich muss eine Marke Gewinn erwirtschaften; hin und wieder kann davon jedoch im Sinne eines spannenden Markenportfolios im „üblichen Marken-Einerlei“ oder zur Aufwertung des eigenen Image in begrenztem Maße abgewichen werden. Marge ist eben nicht alles, auch der Handel muss sich als Marke inszenieren.

Bei den bevorstehenden Gesprächen sollten auch Saisontiming und Mindestorders besprochen werden. Liefertermine sollten wieder näher an die tatsächlichen Verkaufstermine gerückt werden, um die Ware nicht zu früh modisch zu entwerten, rät der BTE. Auch die ständige Heraufsetzung der Mindestorders ist für das BTE-Präsidium der falsche Weg. Das Gremium rät seinen Mitgliedern dazu, mehr Mut aufzubringen, einen Auftrag abzulehnen, einen Liefertermin zu überspringen oder die Marke komplett auszulisten, wenn die Vorstellungen nicht mit den eigenen Planungen übereinstimmen.