Elisabetta Gucci, die Tochter des Designers Paolo Gucci, wollte unter ihrem Familiennamen ein Hotel in Dubai eröffnen. Allerdings ließ sich das Mailänder Modehaus, das mittlerweile zur Luxusgruppe PPR gehört, den Namen gerichtlich schützen.

PPR stellt sicher, dass überall wo Gucci drauf steht, auch Gucci drin ist

Elisabetta Gucci plante Ende des Jahres in Dubais Bezirk Media World ein Hotel zu eröffnen. Das 5-Sterne-Hotel mit 87 Suiten sollte mit von ihr designten Möbeln eingerichtet sein und eigentlich ihren  Namen – Elisabetta Gucci Hotel – tragen. Da machte ihr aber der Luxuskonzern PPR, zu dem das traditionsreiche Modehaus gehört, einen Strich durch die Rechnung und klagte wegen unerlaubter Nutzung des Markennamens. Elisabetta Gucci wurde nun per Gerichtsbeschluss dazu verpflichtet, ihrem Namen nicht weiter für Geschäfts- und Werbezwecke zu nutzen. PPR gab an, dass man durch die Klage sicherstellen wollte, dass es zwischen dem Modehaus Gucci und der Unternehmerin Elisabetta Gucci oder ihren EG Hotels keinerlei Verbindung gibt. Der Konzern argumentierte mit Verwechselungsgefahr und dass dadurch der Ruf des Modehauses geschädigt werden könne.

Die Webseite von Elisabetta Gucci ist jetzt schon abgeschaltet. Wie sie ihre Pläne mit dem Hotel weiterverfolgen möchte, dazu gab die 58-jährige kein Kommentar ab. Ursprünglich war angedacht, in den nächsten 15 Jahren, sofern sich das Geschäft lohnt, weltweit rund 40 weitere Hotels unter ihrem Namen zu eröffnen. Mit Mit Abu Dhabi, Katar, Oman und China war man schon in konkreten Verhandlungen. Ihr Manager Lorenz Ziller verteidigt ihren “guten Namen” aber weiter mit Überzeugung: „Es ist Teil von ihrem Job. Sie kann nicht ihren Namen oder ihren Herkunft leugnen. Dass sie einen berühmten Namen hat und einen bekannten Hintergrund hat, ist nicht ihre Schuld.“

Nun hat die Gucci Group die Chance, selbst Luxushotels unter dem Markennamen zu bauen. Der Trend auf Designer-Luxushotels ist ungebrochen. Gerade in Dubai haben einige Modehäuser Luxushotels der Spitzenklasse im Portfolio: Im April eröffnete Giorgio Armani im höchsten Wolkenkratzer der Welt (Burj Chalifa) ein Hotel mit 160 Zimmern und Suiten. Und auch Versace lässt derzeit – ebenfalls in Dubai – einen zweiten Versace Palazzo mit rund 200 Zimmern und Suiten und einem gekühlten Strand bauen, der Ende des Jahres öffnen soll.