Wie immer bot die Milan Fashion Week hochkarätige und internationale Namen der Modeszene auf. Trotz vieler Krisengespräche in den Reihen, bestachen Entwürfe mit ausgefallenen geometrischen oder naturverwandten Mustern, goldigen Details und vor allem neuer herrlicher Weiblichkeit.

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Bei der Mailänder Fashion Week wurde der aufziehenden Krise die Stirn mit goldigen Entwürfen geboten (hier Gucci)

Vom 21. bis 27. September schaute die Welt wieder in den Norden des Stiefelstaates, den wie seine südeuropäischen Nachbarn auch der Finanzschuh drückt. Die aus aller Welt angereisten Einkäufer waren alles in allem sehr zufrieden mit dem, was sie auf den Laufstegen sahen und drückten vielfach Optimismus hinsichtlich der nächsten Sommersaison aus – vorausgesetzt, die aufziehende Finanz- und Wirtschaftskrise macht ihnen keinen Strich durch die Rechnung. Auch Mario Boselli, Präsident des italienischen Modeverbandes Camera Nazionale della Moda Italiana, der die aktuelle Situation mit der Lage in 2008 verglich, gibt sich vorsichtig optimistisch: Viele Unternehmen hätten gelernt und seien gut für das Jahr 2012 gerüstet, für 2011 rechnet die Branche sogar mit einem Plus von 4%. Um die Umsätze trotz der wirtschaftlichen Ungewissheit nicht zu schmälern, setzen viele auf die Erschließung und Ausweitung der Geschäfte in Asien und Lateinamerika. Mailand profitierte ebenfalls von dem modischen Großereignis, bei den insgesamt 154 Kollektionen, darunter 72 Fashion Shows von 66 Modehäusern, präsentiert wurden: Die Modewoche spülte 27 Mio. Euro in die Kassen der norditalienischen Stadt.

Egal wie die Stimmung war, die RTW-Schauen sprühten voll Kreativität und Feminität.

Hier ein Überblick einiger wichtiger Schauen der Milan Fashion Week:

Frida Giannini setzte bei Gucci (mal wieder) neue Maßstäbe und kombinierte Leichtigkeit mit Opulenz. Graphische Muster und goldene, glänzende Details sorgten hier und da für einen 3D-Effekt. Die Silhouetten erinnerten aufgrund von Fransen, tiefer Taille und kurzen Jacken an die goldenen 20er Jahre. An Bundfaltenhosen kommt frau im nächsten Sommer wohl nicht vorbei.

Auch Alberta Ferretti setzte auf Muster – allerdings mehr in Form von luftigen Durchbrechungen. Auch ihre Silhouetten erinnerten an die 20er Jahre. Farblich beschränkte sich Ferretti neben Schwarz und Weiß auf leuchtende Töne wie Koralle, Smaragdgrün oder Safrangelb.

Elegant und nudefarbene startete die Kollektion von MaxMara, die sich dann in sportlichere und pastelligere Entwürfe vorarbeitete. Capri-Hosen, schimmernde Blousons, knielange Röcke oder hautenge Jumpsuits – alle hier und da mit Ledereinsätzen verziert – könnten im nächsten Sommer auch jüngere Kundinnen ansprechen.

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Gucci

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Alberta Ferretti

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MaxMara

Karl Lagerfeld präsentierte bei Fendi eine Kollektion mit 60ies-Flair. Ausgestellte Schürzen- oder Blusenkleider, Fellwesten oder neu interpretierte klassische Zweiteiler nahmen den Outfits durch verspielte Details die Strenge. Zusätzlich sorgten Sonnenbrillen und toupierte Haare dafür, dass die Kollektion nicht zu bieder wirkte.

Die letzte Show von D&G, die nun in der Hauptlinie des italienischen Designer-Duos aufgehen wird, war ein feminines Feuerwerk an Mustern und Farben. Trotz der lässig drapierten Kleider und Blusen war die Kollektion alles andere als casual: Wallende Abendkleider, Seidenschals und Goldschmuck werden den letzten D&G-Sommer 2012 noch mal erstrahlen lassen. Für die, die es schon jetzt tragen wollen: einfach ein Hermès-Tuch umschneidern.

Weder die 20er noch die 60er Jahre waren es bei Prada: Hausherrin Miuccia Prada ließ sich von nächtlichen Autorennen á la James Dean in den Fifties inspirieren. Neben Blumen bestimmten Auto-Cartoons den Mustermix der Kollektion. Zu den knielangen Faltenröcken aus Chiffon, Lederbleistiftröcken, Blusentops und Seidenkleidern trugen die Models Henkelhandtaschen und Pumps mit hervorstehenden Flammenapplikationen.

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Fendi

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Abschied von D&G

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Prada

Moschino ließ sich von Flamenco, Toreros und dem Wilden Westen inspirieren. Kleider wurden mit großen Volants verziert, enge Hosen werden mit kurzen bestickten oder verzierten Bolero-Jäckchen getragen. Goldene Ohrringe, Goldknöpfe und Rosenkranzketten vervollständigen den Look.

Viel Begeisterung gab es für Donatella Versace, die eine Kollektion voller Glamour, Eleganz und Sexyness präsentierte: Verführerisch wie die Sirenen aus Homers Odyssee (der Medusenkopf im Hintergrund fand also zu seiner Bestimmung zurück). Auf dem beleuchtenden Catwalk erstrahlten schimmernde Minikleider, Bandeau-Tops oder wallende Roben mit hohen Beinschlitzen in Pastelltönen wie Mint, Weiß, Türkis oder Zitronengelb mit glänzenden Unterwasser-Details. Da diese Kollektion einen Vorgeschmack auf die Versace for H&M“-Kollektion gibt, dürfen sich Normalverdiener schon auf den November freuen.

Tomas Maier setzte bei Bottega Veneta auf eine Mischung aus intensiven Farben, Kontrasten bei  Texturen und ungezwungenen Chic. Feine Plisseeröcke wechselten sich ab mit strengen Lederkleidern, lässigen Blousons und Kimono-Blusen oder Seidenroben ab. Die Farbpalette erstreckte sich von kräftigen Petrolgrün, über strahlendes Fuchsia, Orange, tiefsattes Lila bis hin zu Nachtblau.

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Moschino

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Versace

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Bottega Veneta

Bei Emporio Armani zogen sich Gegensätze an: Weiß traf auf Schwarz und Feminin auf Maskulin. Kastige Blazer und schmale Hosen wirkten eher männlich und standen im Kontrast zu schmal geschnittenen Kleidchen und weich fließenden Hosen und Röcken. Was auffiel, war der sparsame Farbeinsatz: nur hin und wieder wurden die weiß-schwarzen Ensembles von pastelligen Noten durchbrochen.

Raffiniert einfach könnte man die Kollektion von Jil Sander beschreiben. Raf Simons kreierte simplen, modernen Chic mit sportlicher Eleganz. Ein weißes Baumwollhemd diente als Vorlage für Kleider, Blusen oder Jacken. Paisleymuster oder Picasso-entlehnte Zeichnungen sorgen für Kontrast.

Wider dem tierischen Ernst: Romantik, Leichtigkeit und gute Laune waren die Schlüsselwörter bei Just Cavalli, wo leichte Hippie-Einflüsse mit einer Portion Rock’n’Roll und Exotik gemixt wurden. Chiffonroben mit Animal-Prints, Minikleider mit Blumendruck, Denim, Leder, Nieten und Fell – irgendwie war für jeden Geschmack etwas dabei.

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Emporio Armani

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Jil Sander

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Just Cavalli

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Dolce & Gabbana

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Dolce & Gabbana

Wo soll man anfangen bei Dolce & Gabbana? Zuerst wurde es kulinarisch mit Prints von Paprikaschoten, Auberginen oder Zucchini, die sich auf schwingenden Kleidern, wippenden Röcken, Blusen und Bandeau-Tops ausbreiteten. Entsprechend wurden Fusilli als Ohrringe gereicht.
Zum zweiten Gang wurden die Entwürfe luftiger: Blumenapplikationen, Spitze, Schmucksteine und glitzernde Bordüren nahmen den Raum ein. Krönender Abschluss waren die zahlreichen reich verzierten Bustiers.

 

Tropisch und farbenfroh zeigte sich die neue Kollektion von Salvatore Ferragamo, in denen florale und animalische Prints durch geschickte Drapierungen kombiniert wurden. Farblich wurde Rot mit Lila, Fuchsia, Orange oder Türkis gemixt. Kleider und Hosenanzüge wirkten aufgrund des fließenden Materials extrem lässig und sexy.

Elegant wie das ewige Eis: Giorgio Armani zeigte für die nächste Sommersaison eine glanzvolle Kollektion voller Grazie. Schimmernde Stoffe in metallenen Erdtönen verwandelten sich in wadenlange Kleider, luftige Röcke, schmale Hosen oder feminine Kostüme.

Ähnlich wie bei Just Cavalli ging es bei Roberto Cavalli um üppige, jugendliche Eleganz. Goldene Kleider oder zumindest goldene Details wie üppige Stickereien oder Einsätze sorgen im nächsten Sommer für den großen oder kleinen Bling-Bling-Effekt. Bei weniger goldigen Stücken wurde auf wilde Muster (erneut Blumen- und Animalprints), Pailletten oder Satineinsätze gesetzt.

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Salvatore Ferragamo

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Giorgio Armani

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Roberto Cavalli