Für Adidas läuft’s rund, für Reebok schleppend
Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach hält, obwohl sich die Marke nicht nachhaltig entwickelt hat, weiter an seinem Sorgenkind Reebok fest. Während die Umsatzprognose für adidas bis 2015 um 5 Prozent angehoben wurde, wird das Wachstumsziel bei Reebok um ein Drittel gekappt.
Adidas-Vorstandschef Herber Hainer hat fest vor, aus dem Sorgenkind Reebok noch eine Erfolgsgeschichte zu machen
Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer muss es sich eingestehen: Reebok ist nicht über den Berg. Die 2006 übernommene US-Tochter bereitet dem Konzern nach wie vor Schwierigkeiten. Zwar gab es einige Fortschritte durch die Neupositionierung, aber „wir können nicht behaupten, dass wir schon auf dem Pfad zum nachhaltigen globalen Erfolg sind“, so Hainer.
Während der Konzern bis 2015 nach wie vor einen Umsatz von 17 Mrd. Euro erreichen soll, kappte Hainer die Prognose bei Reebok um ein Drittel von 3 Mrd. Euro auf 2 Mrd. Euro. Reebok hinkt der Konzernentwicklung trotz aller Fitnessinitiativen hinterher, dennoch soll die eher auf auf Frauen gemünzte Positionierung beibehalten werden. Um die Markenentwicklung soll sich künftig Matt O’Toole kümmern, der die verschiedenen Märkte mit individuellen Strategien und einer erweiterten Struktur für Fitness-Kategorien angehen will. Das Management hofft, die kleinen Erfolge der Toning-Schuhe und CrossFit-Outfits in Zukunft wiederholen zu können.
Unabhängig von den Problemen bei Reebok läuft es im Adidas-Konzern sonst ausgezeichnet: Die Kernmarke adidas ist nach wie vor Wachstumsmotor und soll bis 2015 einen Umsatz von 12,8 Mrd. Euro erreichen. Das sind 5% mehr als Hainer die Wachstumsstrategie im November 2010 erstmals vorstellte. In den teamorientierten Sportarten wie Fußball oder Basketball und dem Thema Running hat sich adidas mit neuen Produkteinführungen gut positioniert und rechnet nun mit 8,9 Mrd. Euro statt vormals 8,5 Mrd. Euro im Sport-Segment. Sogar in Amerika konnte adidas dem Rivalen Nike, Platzhirsch bei Basektball und American Football, das Wasser abgraben und den Marktanteil in den letzten drei Jahren fast verdoppeln. Gleichzeitig ist der Run auf modische Produkte wie die Retro-Sneakers von Adidas Originals und das neue Label Neo, das sich momentan erfolgreich am deutschen Markt positioniert, ungebrochen. Statt der ursprünglich prognostizierten 3,7 Mrd. Euro werden jetzt 3,9 Mrd. Euro für wahrscheinlich gehalten. Die anderen Marken des Geschäftsfeldes TaylorMade-adidas Golf werden bereits 2012 ihre für 2015 gesteckten Ziele erreichen. Daher wurde die Prognose von 1,8 Mrd. Euro auf 2,2 Mrd. Euro nach oben korrigiert.
Hainer machte klar, dass Adidas trotz der Unwägbarkeiten bei Reebok voll auf Kurs ist. Nun gilt es das Augenmerk zusätzlich auf die Verbesserung der Marge zu richten. Ab Beginn des nächsten Jahres soll sich die operative Marge jährlich um einen Prozentpubkt verbessern, so dass sie in 2015 über 11% beträgt. Hainer bestätigte, dass der Konzern „in Topform“ sei und sich in dem derzeit wechselhaften konjunkturellen Umfeld sehr gut behaupte.
Foto: Archiv/Adidas Group
















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