Es geht wieder was in der Modebranche
Die deutsche Modeindustrie blickt recht optimistisch auf 2011 und erwartet Umsatzsteigerungen von fünf Prozent. Lediglich die Beschaffung macht der Branche zu schaffen. Preiserhöhungen bei Rohstoffen und Logistik werden sich auf den Handel auswirken.
Klaus Brinkmann weiß um die Freuden und Sorgen in der Modebranche
Deutsche Modeunternehmen sind wieder optimistisch, und das obwohl Themen wie Kostensteigungen bei der Beschaffung und Währungsinstabilität für Unsicherheit sorgen könnten. Nach einem geschätzten Gesamtumsatz von etwa 12 Mrd. Euro in 2010, was dem Niveau von 2009 entspricht, erwarten die Modeunternehmen in 2011 ein Wachstum von 5%. „Das wäre eine Zahl, die wir seit Jahren nicht mehr erreicht haben”, freute sich Verbandspräsident Klaus Brinkmann.
Etwa 60% der rund 300 Mitgliedsunternehmen des Modeverbands GermanFashion erwarten für 2011 ein Umsatzplus von 8%. Während man im Womenswear-Segment zurückhaltender kalkuliert, erwarten rund Dreiviertel der Unternehmen im Menswear-Segment steigende Umsätze. Rund 100 Unternehmen (33%) glauben, dass sich die Umsätze auf dem Vorjahresniveau halten werden und nur 6% erwarten eine Verschlechterung um 3%.
Wachstumstreiber ist bei den meisten Modeunternehmen das Exportgeschäft. „Der Export ist die Stellschraube für den unternehmerischen Erfolg“, berichtet Thomas Rasch, Hauptgeschäftsführer von GermanFashion. Nur im Ausland könnten die Unternehmen noch “nennenswerte Umsatzsteigerungen erzielen“, weiß der Branchenkenner: „Der inländische Markt ist extrem hart umkämpft und größtenteils verteilt.“ Die wichtigsten Exportländer sind nach wie vor die europäischen Nachbarn: Österreich, Niederlande, Schweiz, Frankreich, Polen, Belgien, Italien, Russland, Spanien und Großbritannien. Derzeit nehme der Export nach Osteuropa, insbesondere Russland, deutlich an Fahrt auf.
Trotz dieser erfreulichen Nachrichten, machen der Branche die steigenden Rohstoff- und Logistikkosten zu schaffen. „Wir kommen nicht umhin, die Preise für den Einzelhandel um 1 bis 2% anzuheben”, warnt Brinkmann. Wie sich die Erhöhungen bei dem deutschen Verbraucher auswirken, weiß Brinkmann nicht exakt einzuschätzen, da Deutschland als sehr wettbewerbsintensiver Markt gilt.
Bei der Importstatistik lag China wie gehabt auf Platz 1 – mit einem Einfuhrwert von rund 7,5 Mrd. Euro (Januar bis November 2010). Die Produktion in der Volksrepublik wurde im Vergleich zu 2009 um 12% gesteigert. „Das zeigt uns sehr deutlich, dass China nicht einfach zu ersetzen ist, wenn es um die Produktionsdiskussion geht“, warnt Rasch im Hinblick auf die Kapazitätsengpässe und Lieferverzögerungen. Nach China sind auch die Türkei, Bangladesch, Indien wichtige Importländer.
Die meisten Unternehmen rechnen mit Umsatzzuwächsen
Umsatzentwicklung der befragten Unternehmen im letzen Quartal 2010
Fotos/Daten: GermanFashion





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