Deutsche Modebranche wieder optimistisch
Krise abgehakt und neue Märkte im Visier: Unter den deutschen Bekleidungsherstellern macht sich nach einem rosigen ersten Halbjahr wieder Optimismus breit. Neue Produktions- und Absatzmärkte stehen jetzt im Fokus vieler Unternehmen.
Das erste Halbjahr 2011 lief für viele Unternehmen der deutschen Bekleidungsindustrie gut an. Viele Firmen verzeichnen Umsatzsteigerungen wie seit Langem nicht. Etwa 70% der 300 Mitgliedsunternehmen des Modeverbandes GermanFashion beurteilen die Entwicklung im ersten Halbjahr als „gut“. Dabei lag der Umsatzzuwachs im Schnitt bei 13%. Auch mit der momentanen Auftragslage sind mehr als zwei Drittel der Unternehmen überaus zufrieden, nur 6% konstatieren eine schlechte Situation. „Wir sind wieder dort angekommen, wo uns vor zwei Jahren das Krisenjahr hart getroffen hat“, stellt Klaus Brinkmann, Präsident des Modeverbandes fest. Besonders gut läuft es für die Unternehmen aus der Sparte Berufs- und Sportbekleidung, die von der Krise besonders hart getroffen wurden und sich nun aufrappeln: knapp 80% der Unternehmen vermelden hier eine Umsatzsteigerung, die im Mittel bei 15% lag.
Gute Aussichten für das Gesamtjahr
Brinkmann rechnet damit, dass die Branche am Ende des Jahres mit einem hohen einstelligen Plus abschließt. 60% der befragten Unternehmen erwarten einen durchschnittliches Wachstum von 14%. 2010 setzte die deutsche Bekleidungsindustrie etwa 12 Mrd. Euro um.
Dafür müssen Verbraucher möglicherweise mit steigenden Preisen rechnen. Gegenüber dem Handel sind die Preise für die aktuelle Herbst/Winterkollektion bereits um 3 bis 5% erhöht worden. Im Frühjahr sei eine weitere Steigerung von 3% möglich. Ob der Handel die Preiserhöhungen in diesem Umfang auch an die Kunden weiter gibt, ist ungewiss, denn die Händler verlassen nur ungern die Einstiegspreislagen.
Auf der Suche nach neuen Import- und Exportländern
Allen Produktionsdiskussionen zum Trotz bleibt China in der Importsatistik mit großem Vorsprung auf Platz 1. Der Einfuhrwert stieg im Zeitraum Januar bis April 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 20%. Danach folgen die Türkei, Bangladesch und Indien, wobei Bangladesch bemerkenswerte Zuwächse von 50% verzeichnen konnte. Brinkmann und GermanFashion-Hauptgeschäftsführer Thomas Rasch stellen gleichzeitig fest, dass die Branche nach dem „Was-kommt-nach-China-Schock“ erfolgreich „auf der Suche nach neuen Produktionsländern“ ist.
Auch bei den Absatzmärkten rücken neue Länder in den Fokus, auch wenn sich auf den vorderen zehn Plätzen, die hauptsächlich von von deutschen Nachbarstaaten belegt werden, nicht viel tut. Allerdings konnten die Ausfuhren in die Türkei und die Slowakei um knapp 50% bzw. 45% gesteigert werden. Insbesondere die Türkei weist mit ihrem „starken Bedürfnis nach europäischer, trendiger Bekleidung von hoher Qualität“ ein enormes Wachstumspotential auf.
Foto: mfi





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