Das schmutzige Geheimnis von Blue Jeans
Textilien – Made in China – sind wahre Chemieschleudern. Die chinesische Textilindustrie boomt, aber zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit der dort lebenden Menschen. Die Umweltorganisation Greenpeace fordert Politiker und Verbraucher auf, das umweltschädigende Verhalten nicht weiter zu unterstützen.
Textilarbeiter in Xintang: Viele Blue Jeans haben ein schmutziges übelriechendes Geheimnis
Die Flüsse in der chinesischen Provinz Guangdong, eines der größten Textilzentren im Süden der kommunistischen Volksrepublik, sind verseucht. Insbesondere in zwei Städten, in Xintang und Gurao, zeigen sich die verheerenden Umweltauswirkungen, die das scheinbar erfolgreiche Textil-Geschäftsmodell hat. Greenpeace selbst ist von den Ergebnissen, die ein Greenpeace-Team um den Chemieexperten Mariah Zhao in dem Bericht Intimate Pollution vorgestellt hat, schockiert. Sedimentproben, die in der Nähe der beiden Ballungszentren genommen worden sind, weisen bedrohliche Mengen an giftigen Schwermetallen wie Kupfer, Blei und Cadmium auf. Allein der Cadmium-Gehalt überschreitet bis zu 128-mal die chinesischen Richtwerte. Hinzu kommen Unmengen von gesundheitsschädigenden Chemikalien wie etwa Nonylphenol, Octylphenol und perfluorierte Sulfonate.
In Xintang, einer Stadt die auch unter dem Namen Welthauptstadt der Blue Jeans bekannt ist, werden jedes Jahr 260 Millionen Jeans produziert. Das entspricht etwa 40% des Jeans-Volumens, das jedes Jahr in den USA verkauft wird. „Das Färben, Waschen, Bleichen und Bedrucken sind die schmutzigsten Prozesse in der Textilindustrie. Sie erfordern große Mengen an Wasser und von Schwermetallen und anderen Chemikalien”, erklärt Zhao, der darauf verweist, dass in Xintang das gesamte Herstellungsverfahren durchgeführt wird und die Abwässer einfach in den Fluss geleitet werden. Auch in der Stadt Gurao, die auch City of Sexy genannt wird, weil dort jedes Jahr rund 200 Millionen BHs produziert werden, waren die Werte alarmierend.
„Es ist wichtig, das China sich darüber klar wird, dass Xintang und Gurao nur Beispiele für das Gesamtproblem der schmutzigen Textilproduktion sind“, erklärt Zhao, schließlich sind die beiden Städte nur zwei von 133 Ballungszentren. Greenpeace fordert die Machthaber in Peking dazu auf, gegen die Umweltverschmutzer vorzugehen und die lokale Textilindustrie dazu zu bringen, ihre Produktionsprozesse umweltverträglicher zu gestalten. Auch die Verbraucher sind aufgefordert, ihr Konsumverhalten zu überdenken. „Es wäre tragisch, wenn Mode und Konsum zu Lasten sauberen Trinkwassers gehen.“
Foto: © Greenpeace / Qiu Bo





Kommentare
Keine Kommentare bisher.