Das bei Neonazis beliebte Modelabel Thor Steinar klagt gegen gegen die Hitlerpersiflage und Namensparodie des Führerstorches Storch Heinar. Das Urteil im Gerichtsprozess über das SPD-Klamottenprojekt wird noch im August erwartet und könnte positiv für den Führerstorch ausfallen.

Storch Heinar - mit Hitlerbärtchen und Stahlhelm gegen Rechts

Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth wird ein Rechtsstreit der besonderen Art ausgetragen: Das in der rechten Szene bekannte und beliebte Label Thor Steinar klagt gegen den SPD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, das T-Shirts mit dem hitlerähnlichen Storch Heinar vertreibt.

Mathias Brodkorb, der Storchenvater und Schirmherr der modischen Jusos, findet, dass die Parodie auf die germanische Thor Steinar Fraktion ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen Rechts darstellt. Anders als andere Marken wie etwa New Balance oder Longsdale geht  Thor Steinar nicht auf Distanz zu deutschen Neonazies, sondern fürchtet sogar, dass ihnen der Führerstorch mögliche Kunden entreißen könnte. Völliger Unfug sagt Brodkorb: „Unsere Kunden würden nie Thor Steinar tragen- und umgekehrt gilt dies ebenfalls“.

Dennoch hat die hinter Thor Steinar stehende Media Tex GmbH aus dem brandenburgischen Mittenwalde Klage gegen Storch Heinar eingereicht – auf Schadensersatz wegen Verletzung des Markenrechts und wegen Verunglimpfung. Der Streitwert soll bei 100.000 Euro liegen – auch wenn Brodkorb zuversichtlich ist, sammelt der Weltkriegsverliererbesieger schon mal Spenden per Sms oder durch Erwerb eines Retter-Shirts.

Die Richter im Modeverbrecherprozess empfahlen der Media Tex GmbH ihre Klage zurückzuziehen, da keine Verwechselungsgefahr bestünde. Die brandenburgische Firma kam dieser Aufforderung bisher nicht nach, daher muss das schriftliche Urteil abgewartet werden, welches noch im August veröffentlicht werden soll. Der Führerstorch verlor aber insoweit, dass er vier Mal ein T-Hemd mit dem Namen „Wüstenfuchs“ verkaufte. Die Wüstenfuchs-Namensrechte liegen aber bei Thor Steinar – und da üblicherweise 5% des Wertes als Lizenzgebühr zu erstatten ist, müsste der SPD-Verband knapp 6 Euro ersetzen. Als Brodkorb den Betrag in Bar begleichen wollte, wurde er von den Richtern ermahnt, bis zum schriftlichen Urteil zu warten. Der Führerstorch ist angesichts der Gesamtlage der Nation erheitert und will „ein rauschendes Fest mit freiem Eierlikör für alle“ feiern.

Foto: Storch Heinar