Onlinehandel: Stabil, aber nicht bombastisch
Ende der Rekordzeit! Der interaktive Handel ist auch 2016 Wachstumstreiber für den deutschen Einzelhandel, auch wenn er sich verhaltener als in den Vorjahren entwickelt. Onlinehändler setzen nun auf neue Techniken, um die Kundschaft bei der Stange zu halten.
Die rund 130 befragten Unternehmen aus dem Interaktiven Handel blicken nur noch verhalten optimistisch in die Zukunft
Der positive Trend im Onlinehandel hält an. 2015 stiegen die Umsätze auf ähnlichem Niveau wie in 2014, auch wenn die Rekordwerte nicht erneut erreicht wurden. Dennoch bleibt der interaktive Handel weiterhin Wachstumstreiber für den deutschen Einzelhandel, „auch wenn die Dynamik etwas verhaltener ausfällt als in den Vorjahren“, resümiert Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh). Insgesamt hat sich das Konjunktur- und Geschäftsklima sogar leicht verbessert, insbesondere weil viele Unternehmen Erhöhungen bei Bestellmenge und den Verkaufspreisen feststellten. Alles in allem bewerten 68% der vom bevh befragten Versandhändler ihre Aussichten für die nächsten 12 Monate als sehr gut bis gut. Konkret nach Auftragseingang, Umsatz-, Ertrags- und Personallage befragt, äußerten sie sich jedoch nur noch verhalten optimistisch. Die Investitionsbereitschaft liegt auf einem Rekordniveau, allerdings investieren immer weniger Unternehmen in Kapazitätserweiterungen. Sorgen um den Zusammenhalt Europas, Flüchtlinge und Terrorgefahr treiben auch die Onlinehändler um, da sich diese Themen in der realen Wirtschaftsentwicklung manifestieren können und dann auch Einfluss auf den interaktiven Handel nehmen. Gleichzeitig zeigte sich 2015, dass der Unternehmensbestand gesunken sei und sich höhere Erträge trotz des verbesserten Umsatzniveaus nur selten realisieren lassen.
Um die Kunden bei der Stange zu halten, setzen Unternehmen auf verschiedene Maßnahmen. Die Social Media-Nutzung ist rückläufig, auch wenn sich in der Vergangenheit gezeigt hatte, dass Händler mit sozialer Medienanbindung ein deutlich besseres Geschäftsklima aufweisen als die ohne. Der relativ neue Trend der „dynamischen Preisgestaltung“ nimmt einen wachsenden Stellenwert in der Kundenbindungs- bzw. gewinnungsstrategie ein. Sieben von zehn Unternehmen halten das Instrument für wichtig für das eigene Kundengeschäft. Jedes fünfte Unternehmen plant die Einführung der Preisanpassung in den nächsten zwölf Monaten, auch wenn das Tool bereits von vielen genutzt wird. Die Mehrheit der Online- und Versandhändler passt ihre Preise „unregelmäßig, je nach Bedarf“ (82%) , nach „Preisverhalten von Wettbewerbern“ (62%) oder nach „Bestellverhalten der Kunden“ (26%) an. Besonders Unternehmen aus der Freizeit- und der Technikbranche gestalten ihre Preise flexibel. „Grundsätzlich ist es nichts Neues, dass Händler ihre Preise Angebot und Nachfrage entsprechend anpassen. Treibende Kräfte waren schon immer der Wettbewerb und das Kundenverhalten. Heute bieten intelligente Softwarelösungen Händlern jedoch noch passgenauere Möglichkeiten der Preisgestaltung, um im dynamischen und global vernetzten Wettbewerb zu bestehen“, so Wenk-Fischer.








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